Konservative jubilieren, Sozialisten hart abgestraft

Politik / 30.03.2015 • 22:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Nicolas Sarkozy freut sich über den klaren Wahlsieg. FOTO: REUTERS
Nicolas Sarkozy freut sich über den klaren Wahlsieg. FOTO: REUTERS

Regionalwahlen in Frankreich: Rechte erlangen 25 Prozent, aber kein Departement.

Paris. (VN) Die zweite Runde der französischen Departementswahlen hat wie erwartet einen großen Gewinner: die konservative UMP und ihren Parteichef, Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Die regierenden Sozialisten von Staatschef Francois Hollande wurden abgestraft, die rechtspopulistische Front National konnte sich zwar viele Stimmen, aufgrund des Mehrheitswahlrechts jedoch kein Departement sichern.

Das rechte Bündnis von Sarkozys UMP sowie den Zentrumsparteien konnte sich nach Angaben des Innenministeriums in Paris vom Montag 66 der 101 Departements sichern. Die Sozialisten und ihre Verbündeten waren nur in 34 Departements erfolgreich. Im südfranzösischen Departement Vaucluse gab es eine Pattstellung zwischen Sozialisten und Konservativen. Damit hat sich das Kräfteverhältnis praktisch umgekehrt, nachdem die Rechte 25 Departements von der Linken übernommen hat.

Die rechtspopulistische Front National (FN) von Marine Le Pen, die vergangene Woche mit rund 25 Prozent zweitstärkste Kraft geworden war, konnte sich aufgrund des Mehrheitswahlrechts kein einziges Departement sichern. „Das Wahlrecht verhindert, dass 25 Prozent der Franzosen eine legitime Vertretung haben“, monierte Le Pen am Montag. Sie sieht allerdings für die Rechtsex­tremen „einen Sockel für die Siege von morgen“.

Bereits vierte Niederlage

Abgestraft wurden vor allem Francois Hollandes Sozialisten (PS), woran auch der kurzfristige Popularitätsschub für den Staatschef nach den tödlichen Terroranschlägen von Paris im Jänner nichts ändern konnte. Nach Kommunal-, Europa- und Senatswahlen war es bereits die vierte Schlappe für die PS in Folge. Die Franzosen lasten ihnen vor allem die schlechte Wirtschaftslage mit hoher Arbeitslosigkeit, wenig Wachstum und vielen Schulden an.