800.000 Kinder sind in Nigeria auf der Flucht

Politik / 13.04.2015 • 22:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
UN-Soldaten kümmern sich um vertriebene Mädchen und Frauen in Nigeria.  FOTO: REUTERS
UN-Soldaten kümmern sich um vertriebene Mädchen und Frauen in Nigeria. FOTO: REUTERS

1,5 Millionen Menschen sind wegen Islamistengruppe Boko Haram heimatlos geworden.

Lagos. (VN) Rund 800.000 Kinder haben laut Vereinten Nationen im Nordosten Nigerias durch die Gewalt der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram ihr Zuhause verloren. Das UNO-Kinderhilfswerk Unicef teilte am Montag mit, viele von ihnen seien von ihren Familien getrennt und missbraucht worden. Im vergangenen Jahr habe sich die Zahl der Flüchtlingskinder verdoppelt. Insgesamt seien durch die islamistische Gruppe 1,5 Millionen Menschen heimatlos geworden.

Kinder seien „vorsätzliche Ziele“ geworden, sie seien sexuellem Missbrauch, Zwangsverheiratungen, Entführungen und Tötungen ausgesetzt, hieß es in dem Unicef-Bericht. Manche Kinder seien zu Waffen umfunktioniert worden. Sie kämpften mit bewaffneten Gruppen und würden manchmal als menschliche Bomben eingesetzt. Die Zahl der Kinder, die nicht in Grundschulen gehen, habe sich von acht Millionen im Jahr 2007 auf 10,5 Millionen erhöht.

Der neue Unicef-Bericht wurde ein Jahr nach der Entführung von mehr als 200 überwiegend christlichen Schülerinnen aus dem Ort Chibok durch Boko Haram veröffentlicht. Die Mädchen, die in der Nacht vom 14. auf den 15. April 2014 verschleppt worden waren, wurden bislang nicht gefunden. Boko Haram hat nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International seit dem vergangenen Jahr mehr als 2000 Frauen und Mädchen entführt.

Boko Haram überzieht besonders den Nordosten Nigerias mit ihrem Terror, der allein im vergangenen Jahr 10.000 Menschen das Leben gekostet haben soll. Die Islamisten wollen dort ein Kalifat errichten.