Diplomatischer Wirbel um Österreichs Steuerimage

Politik / 31.05.2015 • 22:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Österreich auf Steueroasenliste in der Ukraine: Außenminister Kurz schaltete sich ein.

kiew, wien. (VN) Der Entschluss der ukrainischen Regierung, Österreich auf eine schwarze Liste von Steueroasenländern zu setzen, sorgt für diplomatische Verstimmung. Am Wochenende telefonierte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) deshalb mit seinem ukrainischen Amtskollegen Pawel Klimkin. Kiew will die Entscheidung nun noch einmal überprüfen.

Bei dem Telefonat habe Kurz darauf verwiesen, dass es bereits ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Ukraine und Österreich gebe. „Wir wollten mehr Hintergründe erfahren, bevor wir das in der Öffentlichkeit kommentieren“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Sonntag. Wird Österreich als Steueroase behandelt, könnten sich Lieferungen österreichischer Unternehmen an die Ukraine für ukrainische Kunden verteuern.

Der ukrainische Botschafter in Wien, Oleksander Scherba, versuchte am Sonntags die Wogen zu glätten. Es gebe keine schwarze Liste, gemeint sei vielmehr die Liste jener Länder, die das Bankgeheimnis nicht abschafft haben und die kein Abkommen über einen Austausch der Bankinformation mit der Ukraine haben. Es handle sich auch um keine Sanktions­liste.