Land stellt sich auf Container ein

Politik / 25.08.2015 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Wallner erwartet bis Jahresende 3000 Asylwerber in Vorarlberg. AMS startet Projekt.

Bregenz. (VN-mip) 50 bis 60 Flüchtlinge kommen pro Woche nach Vorarlberg. Anzeichen, dass es weniger werden, gibt es nicht. Für die Politik eröffnen sich dadurch drei Handlungsfelder: Ein regionales, ein nationales und ein internationales.

Regional. Alles dreht sich um Quartiere. 2100 Asylwerber gibt es aktuell in Vorarlberg. Die Quote ist erfüllt. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP, 48) rechnet, dass bis Ende des Jahres 3000 Plätze nötig sind, damit das so bleibt. Zwar sind Container noch als möglicher „Plan B“ betitelt, fest steht aber: Wenn die Zahl der Flüchtlinge weiter steigt, wird Vorarlberg solche Quartiere aufstellen werden müssen. In drei Wochen will Wallner entschieden haben, ob es Holzhäuser aus Vorarlberg werden oder Container aus Wien. Das Land hat beim Innenministerium drei Containereinheiten für jeweils 50 Personen reserviert.

Die Zahl der Asylwerber ist seit Juni um 500 gestiegen. Sie wohnen in 358 Quartieren in 60 Gemeinden. In Röns und Düns gibt es keine Asylwerber mehr, die Flüchtlinge haben Asyl bekommen. Weitere 200 Quartiere, von der Wohnung bis zur Halle, werden derzeit geprüft. Neu ist, dass Flüchtlinge bei ihrer Ankunft ihren Beruf bekannt geben. So soll eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt gewährleistet werden.

National. Für Wallner steht fest: Sollten die Zahlen 2016 nicht zurückgehen, müsse sich Österreich etwas überlegen. Wallner wünscht sich zum Beispiel einen Asylstatus auf Zeit. Sollte eine Obergrenze diskutiert werden, müssten die Konsequenzen mitgedacht werden. Sprich: Geschlossene Grenzen, gebrochene EU-Verträge, Polizei- und Militäreinsätze. Da das niemand wolle, gelte es, auf einer höheren Ebene Lösungen zu finden.

International. Wallner und der zuständige Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP, 62) werden nicht müde, eine europaweite Quote einzufordern. Die EU müsse endlich solidarisch agieren. Zudem müsse die Zahl der Flüchtlinge minimiert werden, indem vor Ort geholfen wird, notfalls militärisch.

Gemeinde Einwohner Juni August Gemeinde Einwohner Juni August

62 Gemeinden, Einwohner und Flüchtlinge im Vergleich Juni – August

Alberschwende 3.182 13 18

Altach 6.418 1 1

Bartholomäberg 2.277 24 33

Bezau 2.011 31 33

Blons 334 21 21

Bludenz 14.005 94 90

Bludesch 2.288 60 74

Brand 686 0 2

Bregenz 28.697 139 214

Bürs 3.169 9 9

Bürserberg 513 4 6

Dalaas 1.553 0 5

Dornbirn 47.420 258 264

Egg 3.480 3 5

Feldkirch 31.824 255 297

Frastanz 6.321 4 4

Fußach 3.797 5 5

Gaißau 1.755 5 5

Gaschurn 1.471 0 14

Göfis 3.196 29 29

Götzis 11.032 39 138

Hard 12.990 40 73

Hittisau 1.865 11 20

Höchst 7.775 14 19

Hohenems 15.674 35 32

Hohenweiler 1.264 0 1

Hörbranz 6.314 8 7

Innerbraz 947 27 40

Kennelbach 1.893 1 1

Klaus 3.094 5 5

Koblach 4.427 1 9

Langen bei Bregenz 1.347 6 8

Lauterach 9.727 13 24

Lech 1.530 20 29

Lingenau 1.366 10 10

Lochau 5.721 11 11

Ludesch 3.396 20 20

Lustenau 21.894 3 42

Mäder 3.811 26 24

Möggers 487 0 4

Nenzing 6.040 30 42

Nüziders 4.865 18 24

Raggal 849 34 36

Rankweil 11.705 14 17

Riefensberg 1.031 0 1

Röns 330 2 0

Röthis 1.861 9 12

Schlins 22.88 43 40

Schoppernau 941 0 1

Schruns 3.642 93 99

Schwarzach 3.870 21 17

Sibratsgfäll 391 5 5

St. Anton i. M. 721 4 4

St. Gerold 356 5 2

Sulz 2.480 2 2

Sulzberg 1.744 26 25

Thüringen 2.125 13 12

Tschagguns 2.178 28 29

Vandans 2.599 15 17

Weiler 2.070 1 0

Wolfurt 8.246 17 16

Zwischenwasser 3.184 34 45

GESAMT 342.179 1.659 2.092