Ein Anlauf zur Abspaltung

Politik / 27.09.2015 • 22:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der katalanische Regionalpräsident Artur Mas am Sonntag in der Wahlkabine: Er will die Abspaltung von Spanien einleiten. Foto: AP
Der katalanische Regionalpräsident Artur Mas am Sonntag in der Wahlkabine: Er will die Abspaltung von Spanien einleiten. Foto: AP

Katalonien stimmte über Unabhängigkeit ab. Prognose mit Sieg für Befürworter.

Barcelona. Bei der Regionalwahl in der nordspanischen Region Katalonien haben die Unabhängigkeitsbefürworter laut Hochrechnungen die absolute Mehrheit errungen. Wie die Behörden nach Auszählung von 64 Prozent der Stimmen am Sonntagabend mitteilten, kommt das Bündnis Zusammen für das Ja (Junts pel Si) auf 62 Sitze im Regionalparlament, die linksradikale Unabhängigkeitsbewegung CUP errang zehn Sitze. Mit 72 der 135 Sitze im Parlament stellen beide gemeinsam künftig die absolute Mehrheit.

Den Teilergebnissen zufolge erreichten beide Bündnisse zusammen 47,3 Prozent der Stimmen. Regionalpräsident Artur Mas erklärte die Unabhängigkeitsbewegung zum Sieger des Urnenganges. Er kündigte an, in den kommenden Wochen die Weichen für eine Unabhängigkeit von Spanien stellen zu wollen. Die Menschen hätten „Ja“ zur Unabhängigkeit gesagt, so der Regionalpräsident. In Barcelona feierten jubelnde Menschen und schwenkten katalanische Flaggen.

Stolz auf eigene Kultur

Auf Katalonien, dessen Einwohner etwa 16 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, entfällt etwa ein Fünftel der spanischen Wirtschaftsleistung und rund ein Viertel der Exporte. Besonders laut wurden die Rufe nach staatlicher Souveränität im Zuge der Finanzkrise und der im Jahr 2008 geplatzten Immobilienblase in Spanien. Die Region mit 7,5 Millionen Einwohnern ist stolz auf ihre eigene Sprache und Kultur und sieht sich von der Zentralregierung in Madrid gegängelt und wirtschaftlich ausgenutzt. Artur Mas will die Unabhängigkeit für Katalonien bis 2017 erreichen.