Gewalt in Afghanistan auf neuem Höhepunkt

Politik / 28.09.2015 • 22:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die afghanische Armee wehrt sich gegen die Taliban-Offensive.  EPA
Die afghanische Armee wehrt sich gegen die Taliban-Offensive.  EPA

Pro Monat fliehen an die 100.000 Menschen aus dem Land.

kunduz. (VN) Die Taliban haben mit Hunderten Kämpfern am Montag eine Offensive gegen die nordafghanische Provinzhauptstadt Kunduz begonnen und dabei erste Regierungsgebäude im Stadtzentrum, darunter auch den Gouverneurssitz, sowie etliche Polizeistationen und das Krankenhaus eingenommen.

Die Sicherheitskräfte sprachen anschließend von 20 getöteten Taliban und zeigten sich zuversichtlich, den Angriff bald zurückschlagen zu können. Die Truppenstärke sei dazu ausreichend. Die Polizei erklärte, Hubschrauber der Armee griffen die Aufständischen mit Raketen an. Weitere Sondereinheiten von Polizei und Militär seien auf dem Weg nach Kunduz. Ein Taliban-Sprecher rief die Bevölkerung auf, in den Häusern zu bleiben. Die Bürger hätten vonseiten seiner Gruppe nichts zu befürchten.

Flüchtlingszahlen steigen an

Der NATO-Kampfeinsatz in Afghanistan hatte im Dezember 2014 geendet. Seither nahm in Afghanistan die Gewalt wieder zu. Derzeit verlassen monatlich bis zu 100.000 Afghanen ihr Heimatland, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Behörden. Die Zahl der Flüchtlinge sei seit Jahresbeginn dramatisch gestiegen.