Hotspot funktioniert nicht

01.10.2015 • 21:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Anstehen vor einem der Registrierungszentren für Flüchtlinge. Die ersten Hotspots in Italien machen bereits ernste Probleme.  Foto: AP
Anstehen vor einem der Registrierungszentren für Flüchtlinge. Die ersten Hotspots in Italien machen bereits ernste Probleme.  Foto: AP

Die Flüchtlingsregistrierung in Italien versinkt in einem Chaos.

rom. (VN) Italien stößt im Umgang mit den ersten EU-Registrierungszentren für Flüchtlinge (Hotspots) auf zunehmende Probleme. So herrschen aktuell auf der Insel Lampedusa chaotische Zustände, weil sich rund 600 Schutzsuchende einer Registrierung widersetzen.

Migranten können nicht gezwungen werden, ihre Fingerabdrücke abzugeben, und das wissen sie, erklärten am Donnerstag Mitarbeiter der EU-Grenzschutzagentur Frontex sowie des EU-Asylbüros. Diese sollen bei der Registrierung helfen und dafür sorgen, dass ankommende Flüchtlinge auch tatsächlich erfasst werden – was zuletzt weder in Italien noch in Griechenland flächendeckend passierte. Die Registrierung von Flüchtlingen ohne deren Zustimmung ist in Italien gesetzlich verboten. Bisher sollen gut 41.000 Menschen dies verweigert haben.

Sechs Menschen pro Stunde

„Hotspot droht eine Worthülse zu werden“, monierte der Präfekt der sizilianischen Stadt Trapani, Leopoldo Falco. Das Problem sei vor allem der Personalmangel: „In einer Stunde kann man in den Hotspots maximal sechs Personen registrieren. Mehr schafft unser Personal nicht.“ In Italien gibt es aktuell zwei Hotspots, einen auf Lampedusa und einen weiteren auf Sizilien. Drei weitere sind geplant. Solche Registrierungszentren sind der erste Schritt zur Umverteilung von Flüchtlingen auf EU-Länder. Mehrere Staaten – allen voran Österreich – hatten ihre Zustimmung dazu an funktionierende Hotspots geknüpft. Seit Jahresbeginn sind in Italien 130.577 Flüchtlinge eingetroffen.