Registrierung im Fokus

02.10.2015 • 20:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vorbereitung für Asyl-Hotspots auf Hochtouren. Ungarn kritisiert Österreich.

Budapest, wien, brüssel. (VN) Die EU macht zunehmend Druck auf Griechenland und Italien, um dort geplante Registrierungszentren für Flüchtlinge bis Ende November zum Laufen zu bringen. Österreichs Kanzler Werner Faymann (SPÖ) telefonierte dazu am Freitag erneut mit seiner deutschen Amtskollegin Angela Merkel und EU-Ratspräsident Donald Tusk.

Faymann hat 100 österreichische Experten zum Aufbau von Hotspots in Griechenland – wo es anders als in Italien noch keine gibt – versprochen. Kommende Woche sollen Koordinatoren aus Innenministerium und Bundeskanzleramt nach Griechenland reisen, um alles für den Einsatz vorzubereiten. In den Hotspots sollen Figerabdrücke genommen und geprüft werden, wer überhaupt Asylanspruch in Europa hat.

Ungarns Regierungschef Viktor Orban krisierte unterdessen am Freitag erneut die österreichische Flüchtlingspolitik: „Es ist nicht gut, wenn wir die Südgrenze Österreichs schützen und uns unsere Verbündeten von hinten in den Rücken schießen“. 80 Prozent der Neuankömmlinge seien junge Männer, sagte Orban: „Sie gleichen eher einer Armee als Asylbewerbern, haben keine Schulbildung und sprechen mehrheitlich nur Arabisch.“ Und Wirtschaftsflüchtlinge stellten „eine Gefahr dar“ und müssten aufgehalten werden. Dies müsse auch Österreich begreifen. Ähnlich äußerte sich Orban über das Nachbarland Kroatien. Er sei darüber erbost, dass Kroatien Flüchtlinge nach Ungarn durchreisen lässt.

100.000 durchqueren Kroatien

Kroatien, das von Flüchtlingen als Transitland nach Mitteleuropa benutzt wird, rechnet damit, an diesem Wochenende die Einreise von 100.000 Flüchtlingen verzeichnet zu haben. Bisher seien 97.400 Menschen im Land angekommen, sagte der kroatische Innenminister Ranko Ostojic am Freitag.