Holpriger Start für Synode

Politik / 04.10.2015 • 22:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Schwuler Priester outet sich. Papst warnt vor verschlossener Kirche.

Rom. Ein Coming-out samt Kirchenkritik überschattete den Start der Familiensynode am Sonntag im Vatikan. Der polnische Priester Krysztof Charamsa hatte knapp vor Beginn der Synode seine Homosexualität öffentlich eingestanden und seinen Lebenspartner vorgestellt.

Laut Charamsa müsse die katholische Kirche hinsichtlich gläubiger Homosexueller „die Augen öffnen und verstehen, dass ihre Lösung, totale Abstinenz und ein Leben ohne Liebe zu leben, unmenschlich ist“. Laut dem 43-Jährigen sei der Klerus „überwiegend homosexuell und traurigerweise auch homophob bis zur Paranoia, weil es an Akzeptanz der eigenen sexuellen Orientierung mangelt“. Der Vatikan enthob ihn umgehend seines Amtes in der Glaubenskongregation. Über seine Zukunft wird sein Bischof entscheiden.

Zum Auftakt der Familiensynode warnte Papst Franziskus vor einer „Kirche mit verschlossenen Türen“. Das Kirchenoberhaupt bekräftigte die katholische Auffassung von der Unauflöslichkeit der Ehe, ging aber auch auf deren mögliches Scheitern ein. Die Kirche sei verpflichtet, „die verletzten Paare zu suchen und mit dem Öl der Aufnahme und der Barmherzigkeit zu pflegen“.

Heikle Themen stehen an

Bei der bis zum 25. Oktober dauernden Synode werden 270 Bischöfe über heikle Themen rund um Ehe und Familie in der Kirche beraten: wiederverheiratete Geschiedene, Homosexualität, Abtreibung und Verhütung.