„Wir und die anderen“ verbannen

04.10.2015 • 20:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Stefanie Sturn kritisiert den Anti-Strache-Wahlkampf der SPÖ.
               FOTO: nEOS

Stefanie Sturn kritisiert den Anti-Strache-Wahlkampf der SPÖ.

FOTO: nEOS

Neos: Mariahilferstraße war anfangs kein Projekt der Bürger.

Wien. „Nur eine neue Kraft kann Strache stoppen.“ Unter anderem mit dieser Argumentation versucht Neos-Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger (37) im Endspurt vor der Wien-Wahl am 11. Oktober zu punkten. Und das, obwohl die Partei die Medien gleichzeitig dafür kritisiert, das Duell zwischen Bürgermeister Michael Häupl (66, SPÖ) und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (46) hochzustilisieren. Das merkte eine Sprecherin an, die die Vorarlbergerin Steffi Sturn (27) zum VN-Gespräch anlässlich der Wahl begleitete.

Die aus Rankweil stammende Sturn selbst arbeitet seit 2013 als Mobilisierungsleiterin für die Neos in Wien und ist im fünften Bezirk auf dem zweiten Platz der Partei gelistet. Sie fordert mehr Beteiligung der Bürger ein. Es seien oft kleine Sachen, wie zum Beispiel eine neue Parkanlage, die man gemeinsam lösen könnte. Die Doktrin vom „Wir und die anderen“ müsse aus der Stadtpolitik verbannt werden. Dass sich etwa die Grünen mit der Volksbefragung zur Umsetzung der Fußgängerzone in der Mariahilferstraße rühmten, sei absurd. Schließlich hätten sie die Bürger anfangs damit überrascht und erst später miteinbezogen. „Das ist eine Farce“, sagt Sturn.

Während die Neos gerade in Oberösterreich scheiterten, hätten sie in Wien gute Chancen, glaubt die Vorarlbergerin. Das liege am großen Wunsch nach Veränderung, das spüre sie im Wahlkampf sehr deutlich, erklärt die 27-Jährige. Den Umfragen zufolge liegen die Neos zwischen sechs und sieben Prozent. Dass die SPÖ sich nicht auf Themen konzentriere, sondern ein Duell zwischen Häupl und FPÖ inszeniere, bezeichnet Sturn als Nährboden für den Erfolg der Freiheitlichen.

Zur Person

Stefanie Sturn
seit 2013 Mobilisierungsleiterin der Neos in Wien, Kandidatin im 5. Bezirk (Margareten), Vorstandsmitglied bei den Junos

Geboren: 14. August 1988, Feldkirch

Ausbildung: Neun Jahre im Institut St. Josef, Publizistik-Studium in Salzburg und Wien