Schwuler Prälat erfleht Anerkennung

Politik / 08.10.2015 • 23:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Weltsynode: Suspendierter Theologe glaubt nicht an Veränderung.

rom. (VN) Der wegen des Bekenntnisses zu seiner Homosexualität suspendierte Prälat Krzystof Charamsa hat den Papst um Hilfe gebeten, bei der Weltfamiliensynode „die Herzen der Bischöfe zu öffnen“, sagte Charamsa am Donnerstag. Die Bischöfe müssten „an alle Familien“ denken. Die römisch-katholische Kirche müsse auch Homosexuelle, Bisexuelle und Transsexuelle anerkennen. „Wir sind gute Menschen und verteidigen die Werte der Familie“, sagte Charamsa, den der Vatikan nach seinem Outing zu Beginn der Synode von seinem Posten in der Glaubenskongregation entbunden und ihm seine Lehrbefugnis für päpstliche Hochschulen entzogen hatte.

Der deutsche Theologe David Berger erklärte am Donnerstag: „Die Synode könnte viel Land gewinnen, wenn sie sich nicht mit der Frage aufhalten würde, ob zwei Männer oder zwei Frauen oder ein Mann und eine Frau einander treu sind. Sondern wenn sie die Kategorie der Treue, der Geborgenheit, der gegenseitigen Zuwendung verteidigen würde.“ Er halte Veränderungen der kirchlichen Position zur Homosexualität derzeit für ausgeschlossen. „Würde die Synode tatsächlich das Unmögliche beschließen, wäre eine Kirchenspaltung die Folge“, glaubt Berger.

Ebenfalls ausgeschlossen

Berger hatte vor fünf Jahren ebenfalls seine Homosexualität öffentlich gemacht; daraufhin schloss ihn – wie jetzt Charamsa – die Päpstliche Akademie im Vatikan aus.