Wortkarger Auftritt auf Kärntnerisch

08.10.2015 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 35-jährige Ex-Landespolitiker Dobernig konnte sich meist an nichts Konkretes erinnern. Foto: APA
Der 35-jährige Ex-Landespolitiker Dobernig konnte sich meist an nichts Konkretes erinnern. Foto: APA

Bei der dritten Ladung erschien der Kärntner Ex-Politiker Dobernig im Hypo-Ausschuss.

Wien. (VN-ritz) Jahrelang war Harald Dobernig (35) eine zentrale Figur der Kärntner Politik. 2004 kam der Betriebswirtschafter und Trainee bei der Hypo Alpe Adria ins Büro von Landeshauptmann Jörg Haider, rasch stieg er zum Büroleiter auf, war für Finanzen zuständig und saß im Aufsichtsrat der Landesholding. 2008, nach Haiders Tod, wurde er Finanzlandesrat. Im März 2013 verzichtete Dobernig auf Amt und Mandat im Kärntner Landtag. Heute ist der 35-Jährige Landwirt.

Dicke Luft im Budgetsaal

In den Hypo-Untersuchungsausschuss war Dobernig am Donnerstag zum dritten Mal geladen – und erschien überpünktlich. Im Juli wurde seine Vertrauensperson von den Abgeordneten abgelehnt, der Ex-Politiker ging daraufhin heim. Zum zweiten Termin erschien er nicht, wofür ihm eine Beugestrafe von 3000 Euro aufgebrummt wurde. Und wäre Dobernig ein drittes Mal nicht gekommen, hätte ihm die polizeiliche Vorführung gedroht. Dieses drastische Mittel musste aber nicht eingesetzt werden.

Trotzdem herrschte rasch dicke Luft im Budgetsaal. Denn der ehemalige Haider-Vertraute beantwortete die Fragen der Abgeordneten meist leise, nuschelnd und in tiefstem Kärntner Dialekt. Und in der Causa Skandalbank konnte er sich meist an „nichts Konkretes“ erinnern. „Reine Ablenkungsmanöver“ schimpfte Neos-Mann Rainer Hable (43). Immer wieder wurde die Sitzung für Beratungen unterbrochen. Der Ton wurde im Laufe der mehrstündigen Befragung rauer, sodass der ansonsten zurückhaltende Verfahrensanwalt Bruno Binder (66) mehrmals um respektvollen Umgang mit dem Zeugen bat. Bei Nachfragen nach der Causa Birnbacher entschlug sich Dobernig mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen. Zumindest zur Person Haider  konnte der Kärntner etwas sagen: Wenn der frühere Landeshauptmann eine vorgefertigte Meinung hatte, habe er sich nie von dieser abbringen lassen. Dobernigs Skepsis im Fall der Unterstützung der Pleitefluglinie Styrian Spirit – die ebenfalls ein Fall für die Justiz wurde – habe Haider deshalb nicht beeinflusst.

Keinen Beitrag geleistet

Die SPÖ wollte mehrmals wissen, ob nicht womöglich der Kärntner Landtag dem Verkauf von Hypo-Anteilen an die bayerische Landesbank hätte zustimmen müssen. Dobernig konnte auch hier keinen Beitrag zur Aufklärung leisten.