Wels wird blau – Linz bleibt rot

11.10.2015 • 21:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorhang auf für den neuen Welser Bürgermeister Andreas Rabl. APA
Vorhang auf für den neuen Welser Bürgermeister Andreas Rabl. APA

Oberösterreich-Wahl brachte Bürgermeisterwechsel in Wels. Geringe Wahlbeteiligung in Linz.

Linz, wels. (VN-mip) Nicht nur in Wien wurde am Sonntag gewählt. In Oberösterreich stand in 44 Gemeinden eine Bürgermeisterstichwahl an, nachdem bei den Wahlen vor zwei Wochen keine klaren Entscheidungen gefallen waren. Darunter in der Landeshauptstadt Linz und in der zweitgrößten Stadt Wels. Während in Linz Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ, 54) im Amt bleibt, kommt es in Wels zu einem Wechsel. Nach fast 70 Jahren SPÖ-Regentschaft übernimmt FPÖ-Kandidat Andreas Rabl (42) das Ruder. Er setzte sich gegen den SPÖ-Kandidaten Hermann Wimmer (62) klar durch: 62,9 Prozent stimmten für Rabl, der bisher als Stadtrat für Wohnbau zuständig war.

Das neue Oberhaupt der 58.000-Einwohner-Stadt will am Dienstag erste Koalitionsgespräche mit ÖVP und SPÖ führen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger lehnt Rabl ein Spiel der freien Kräfte ab. Die FPÖ verfügt über vier Sitze im Stadtsenat, drei hat die SPÖ, einen die ÖVP.

Erfolgreicher für die SPÖ verlief die Wahl in Linz. Der amtierende Bürgermeister Klaus Luger setzte sich mit 61 Prozent gegen Bernhard Baier (ÖVP, 40) durch. Schon im ersten Wahlgang zeichnete sich eine deutliche Mehrheit ab. Vor zwei Wochen kam Luger auf 43,8 Prozent, was 21 Prozentpunkte Vorsprung auf Baier bedeutete. Luger fürchtete sich vor einer niedrigen Wahlbeteiligung, die es tatsächlich gab. 43,2 Prozent der Wahlberechtigten nützten ihr Recht.

Auch sonst konnte die SPÖ durchatmen. In den Gemeinden im Linzer Speckgürtel und dem Umland behielten die Sozialdemokraten ihre Bürgermeister. Ansfelden, Leonding, Pasching, Traun und Enns bleiben rot regiert. Insgesamt entschied die SPÖ 19 Stichwahlen für sich, hat nun sieben Bürgermeister weniger als nach der Wahl 2009. Die FPÖ stellt in zwölf der 442 Gemeinden das Oberhaupt. Bisher waren es neun. Klarer Dominator auf Gemeindeebene bleibt aber die Volkspartei. Sie konnte die Zahl der Bürgermeister leicht erhöhen. 331 Gemeinden werden jetzt von der Partei von Landeshauptmann Josef Pühringer (65) geführt. Das sind drei Orte mehr als nach der Wahl 2009.

Noch nicht alle Oberösterreicher haben einen Bürgermeister. Am 18. Oktober wird in Eferding und am 25. Oktober in St. Georgen am Walde gewählt. In beiden Gemeinden hat sich in der Zwischenzeit ein Kandidat verabschiedet. So gibt es nur mehr einen Bewerber, für den Wähler mit Ja oder Nein stimmen können.