Blauer Montag, Folgen, Dementis

12.10.2015 • 20:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Häupl will nach der Wahl Vertrauenspersonen, die Wiener ÖVP einen Neustart.

Wien. (VN-ebi) Wenig behutsam kommentieren Politikexperten das Abschneiden der ÖVP bei den Wien-Wahlen. Weiter könne die Wiener Volkspartei nicht mehr abstürzen, hält etwa Ferdinand Karlhofer (59) von der Uni Innsbruck fest. Die Partei sei in der Bundeshauptstadt de facto „inexistent“, nachdem sie am Sonntag unter die Zehn-Prozent-Marke fiel. Um überhaupt überleben zu können, müsse die Wiener ÖVP nun eine schlagkräftige Organisation bilden, erklärt Politik-Experte Thomas Hofer (42). Mit Gernot Blümel (33) soll nun ein Neuanfang beginnen. Der Generalsekretär erhielt am Montag in der Landespartei breite Unterstützung.

Auch der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (66, SPÖ) versucht Lehren aus den Verlusten zu ziehen. Er kündigte Strukturveränderungen in der Partei an – etwa durch „Grätzl“-Vertrauenspersonen. Der Verlust des Bezirksvorstehers in Simmering sei „inakzeptabel“. Damit brechen die ersten roten Hochburgen auf. Laut Karlhofer waren Arbeiterbezirke schon vor eineinhalb Jahrzehnten Kampfgebiete zwischen FPÖ und SPÖ. Nun konnten sich die Freiheitlichen behaupten.

Um sie war es am Montag ruhig. Die Wiener FPÖ, die auf den blauen Montag schwört, wird erst heute, Dienstag, das Ergebnis der Wahl diskutieren.

Die Grünen haben sich unterdessen bemüht, die Rückzugsankündigung ihrer Wiener Spitzenkandidatin Maria Vassilakou (46) für den Fall eines Wahlverlusts vergessen zu machen. Diese Personalie sei kein Thema, hieß es.

Die Neos möchten sich bis zur Nationalratswahl 2018 festigen und starteten einen sechsmonatigen Prozess zur „Stärkung des Markenkerns und der Identität“.