Flüchtlingsstrom ist laut UNO dramatisch

Politik / 20.10.2015 • 23:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Immer mehr Asylwerber drängen aus Slowenien nach Österreich.

Brüssel, wien. (VN) Der Flüchtlingszustrom in Griechenland hat nach UNO-Angaben einen „neuen dramatischen Höhepunkt“ erreicht. Allein am Montag seien mehr als 8000 Menschen aus der Türkei auf die griechischen Inseln gekommen, teilte die Sprecherin des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Melissa Fleming, am Dienstag mit. In diesem Jahr seien bereits mehr als 500.000 Menschen nach Griechenland gekommen.

EU-Spitzenbeamte in Ankara

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat noch am Dienstag Spitzenbeamte aus den Generaldirektionen für Migration und Inneres sowie für Erweiterung in die Türkei geschickt, um über die Flüchtlingskrise weiter zu verhandeln. Die Beamten sollen klären, wie der gemeinsame Aktionsplan zur Bewältigung der Flüchtlingsströme umgesetzt werden kann.

Auf der Balkan-Route herrschte am Dienstag immer noch Chaos. Nach der Abschottung des Fluchtwegs über Ungarn sieht sich Slowenien von dem nun über Kroatien eintreffenden Flüchtlingsstrom, der weiter nach Österreich und Deutschland drängt, überfordert. Die Regierung in Ljubljana warf dem Nachbarland am Dienstag vor, Tausende von Migranten unkontrolliert die Grenze passieren zu lassen. Laut slowenischen Behörden seien seit Montag mehr als 10.000 Menschen über die kroatische Grenze gekommen. Die slowenische Armee, die die Grenzpolizei unterstützen soll, erhielt am Dienstag größere Befugnisse.

Seit Mitternacht sind erneut Hunderte Flüchtlinge bei Spielfeld und Bad Radkersburg aus Slowenien über die Grenze nach Österreich gekommen. Dienstagmittag befanden sich knapp 1000 Menschen an den beiden Grenzübergängen und wurden registriert, in den Transitquartieren in Graz und Umgebung wurden dieweilen rund 1100 Menschen vom Roten Kreuz betreut.

Noch immer 500 Zeltplätze

Bundeskanzler Werner Fay­mann (SPÖ) betonte am Dienstag, dass es noch zu wenig winterfeste Asylquartiere in Österreich gebe. Doch das „Durchgriffsrecht hat schon einiges gebracht“ – nämlich 1700 neue Plätze. 500 Menschen leben jedoch noch immer in Zelten.