Bomben auf ein Spital bei Offensive in Syrien

22.10.2015 • 20:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seltener Blick aus dem Waffenraum eines russischen Kampfjets über Syrien kurz vor Abwurf der Bombe. Foto: AP
Seltener Blick aus dem Waffenraum eines russischen Kampfjets über Syrien kurz vor Abwurf der Bombe. Foto: AP

Russische Jets sollen Krankenhaus zerstört haben. Putin wegen Luftschlägen im Hoch.

Damaskus, Moskau. (VN) Bei einem Luftangriff im Nordwesten Syriens sollen russische Kampfjets ein Spital getroffen haben. Dabei seien mindestens 13 Menschen getötet worden, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit. Die Klinik wird von der US-syrischen Gesundheitsorganisation SAMS geführt. Diese bestätigte den Angriff, machte aber keine Angaben zur Herkunft der Kampfflugzeuge: Das Gebäude sei teils schwer beschädigt worden. Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat den Bericht dementiert.

Politische Lösung gesucht

Die USA haben dieweilen den Besuch des syrischen Machthabers Baschar al-Assad in Moskau kritisiert. „Wir halten den Empfang mit dem roten Teppich für Assad, der Chemiewaffen gegen das eigene Volk eingesetzt hat, für einen Widerspruch zu dem erklärten Ziel Russlands, einen politischen Übergang in Syrien zu schaffen“, ließ
das Weiße Haus am Donnerstag wissen. Russland unterstütze weiterhin Assad, „nachdem er sein Land in einen Bürgerkrieg stürzte, Extremisten gedeihen ließ sowie die größte humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg auslöste“.

Washington rief Russlands Präsidenten Wladimir Putin dazu auf, Syrien zu einer politischen Lösung des Konflikts zu bewegen. In Russland hingegen sind die Umfragewerte von Putin auf einem Rekordhoch. Er komme nun auf eine Zustimmung von 89,9 Prozent, erklärte das staatliche Institut VTSIOM am Donnerstag. Grund seien die russischen Luftangriffe in Syrien. Die Streitkräfte sind seit dem 30. September Hunderte Einsätze geflogen. Zu 80 Prozent jedoch in Gebieten, die nicht von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) beherrscht werden. Dies steht im Widerspruch zum erklärten Ziel des Einsatzes.

Die Zahl der täglichen Angriffe des IS ist inzwischen stark gestiegen. Nach einer am Donnerstag vom IHS Jane‘s Terrorism and Insurgency Center veröffentlichten Studie war der IS von Juli bis Ende September für 1086 Angriffe weltweit verantwortlich: ein Anstieg von 42 Prozent im Vergleich zum Quartal davor. Der IS und die ebenfalls dschihadistische Al-Nusra Front, die sich bisher bekriegt haben, wollen laut russischem Geheimdienst in Syrien nun gemeinsam gegen Assad kämpfen.

Ein Pfleger besieht sich, was nach einem Bombenangriff vom Dar Al Shifa Spital nahe Aleppo übrig ist. Beim Einschlag war das Spital belegt. RTS
Ein Pfleger besieht sich, was nach einem Bombenangriff vom Dar Al Shifa Spital nahe Aleppo übrig ist. Beim Einschlag war das Spital belegt. RTS