Slowenien ist überfordert

22.10.2015 • 20:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Flüchtlingsstrom auf der Balkanroute reißt nicht ab. Tausende sind noch immer unterwegs.

Ljubljana. (VN) Der starke Flüchtlingsandrang überfordert das Zwei-Millionen-Einwohner-Land Slowenien. Die beiden Unterkünfte im Südosten des Landes, ein seit Mittwoch zum Teil abgebranntes Zeltlager in Brezice und eine ehemalige Fabrikhalle in Dobava, sind überfüllt, weshalb Neuankömmlinge im Grenzort Rigonce unter freiem Himmel auf Feldern auf Aufnahme warten müssen. Laut Medienberichten vom Donnerstag gibt es keine entsprechende Versorgung durch humanitäre Organisationen.

Am meisten betroffen ist nach wie vor der Südosten des Landes. Im Abstand von wenigen Stunden treffen in Rigonce Tausende Flüchtlinge mit Zügen aus Kroatien ein. Eine genaue Zahl konnten die slowenischen Behörden am Donnerstag nicht nennen, weil sie aus Kroatien keine Informationen über die Ankünfte bekommen.

Die angebotene Hilfe von sieben EU-Mitgliedern zur Bewältigung der Flüchtlingskrise, darunter auch Österreichs, will Slowenien annehmen, kündigte die slowenische Innenministerin Vesna Györkös Znidar an. Konkretes nannte die Ministerin nicht.

Auch Kroatien hat Probleme

Auch Kroatien ist nach wie vor von einem starken Zuzug betroffen. Am Donnerstagmorgen zählte das dortige Innenministerium mehr als 6000 Neuankünfte. Die Kroaten lassen nur kleinere Gruppen durch, weil ihr  Erstaufnahmelager Opatovac mit 3500 Menschen bereits überfüllt ist. Nach offiziellen Angaben sind derzeit Tausende weitere Flüchtlinge auf der Balkanroute Richtung Mitteleuropa unterwegs.