Der Nationalfeiertag brauchte Anlaufzeit

23.10.2015 • 17:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

schwarzach. (VN-ebi, fei) Bis heute hält sich der Mythos, der letzte Besatzungssoldat hätte das Land am 25. Oktober 1955 verlassen. Das Datum markiert jedoch das Ende jener 90-Tage-Frist, die begann, nachdem die letzte Besatzungsmacht den Staatsvertrag von 1955 ratifiziert hatte. Formal betrachtet musste der letzte Soldat an diesem Tag abgezogen sein, tatsächlich geschah das schon früher.

Auch war es nicht von Anfang an klar, dass der 26. Oktober zum Nationalfeiertag ernannt werden würde. Mit der Unterzeichnung des Staatsvertrags im April 1945 gab es weitere Termine, die zur Auswahl standen. Von 1946 bis 1954 fanden die Feiern am 13. April statt, dem „Tag der Befreiung“. Dieser Festtag verlor durch die andauernde Besatzung aber zunehmend an Akzeptanz. 1955 schließlich verordnete Unterrichtsminister Heinrich Drimmel, dass die Schulen am 25. Oktober den „Tag der Flagge“ begehen sollten.

Am 25. Oktober 1965 allerdings stimmte der Nationalrat für jenen Tag, an dem einst das Neutralitätsgesetz verabschiedet wurde. In dem entsprechenden Gesetz heißt es: „Da Österreich erklärt hat, als dauernd neutraler Staat einen wertvollen Beitrag zum Frieden in der Welt leisten zu können, hat der Nationalrat entschieden: Der 26. Oktober ist der österreichische Nationalfeiertag.“