Synode empfiehlt sanfte Öffnung

Politik / 26.10.2015 • 22:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Papst Franziskus auf dem Weg zur Messe im Petersdom. Der Gottesdienst markierte das Ende der Bischofssynode zum Thema Familie. Foto: AP
Papst Franziskus auf dem Weg zur Messe im Petersdom. Der Gottesdienst markierte das Ende der Bischofssynode zum Thema Familie. Foto: AP

Vage Hoffnung für wiederverheiratete Geschiedene.

vatikanstadt. (VN) Die Synode der katholischen Bischöfe hat sich für eine vorsichtige Öffnung in einer strittigen Frage ausgesprochen, aber keine weitreichenden Reformen angestoßen. Das Abschlussdokument macht wiederverheirateten Geschiedenen vage Hoffnung auf eine Zulassung zur Kommunion und regt eine Einzelfallprüfung an. Beim Streitthema Umgang mit Homosexuellen gab es hingegen kaum Bewegung.

„Es war ein wahres Geschenk Gottes, das sicherlich viele Früchte bringen wird“, sagte Papst Franziskus, der das dreiwöchige Treffen am Sonntag mit einer Messe im Petersdom beendete. Welche Entscheidungen der Argentinier auf Basis der Synodenempfehlungen treffen wird, ist noch unklar.

Zu den Abschnitten über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen im Abschlussdokument der Synode gab es den größten Widerstand. Die Passage, die für mehr Offenheit und eine Unterscheidung der individuellen Umstände plädiert, bekam 178 Ja-Stimmen und damit nur eine mehr als die 177 für eine Zweidrittel-Mehrheit notwendigen. Die Zulassung Wiederverheirateter zur Kommunion wurde von vielen Laien gewünscht. Was sich für Betroffene nun konkret ändern könnte, blieb jedoch offen. „Sie werden in dem Dokument keine direkte Antwort darauf finden. Das ist auch gewollt“, sagte der Wiener Kardinal Christoph Schönborn.

Das brisante Thema des Umgangs mit Homosexuellen wird in dem Bericht weitgehend ausgeklammert. Es wird lediglich auf die Begleitung von Familien mit homosexuellen Mitgliedern eingegangen und erklärt, Homosexuelle müssten angenommen und respektiert werden. Auch an der Enzyklika „Humanae Vitae“, die sich gegen die künstliche Empfängnisverhütung richtet, wurde nicht gerüttelt.

Das Ende der Synode bedeute nicht, dass alle Fragen rund um die Familie abgeschlossen seien, sagte Papst Franziskus. Die erste Pflicht der Kirche sei es nicht, zu verurteilen, sondern die Barmherzigkeit zu verkünden.