Streit um die Schulverwaltung

27.10.2015 • 21:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Noch am Verhandeln: Bildungs­ministerin Heinisch-Hosek. APA
Noch am Verhandeln: Bildungs­ministerin Heinisch-Hosek. APA

Bildungsreformkonzept soll am 17. November stehen: Kompetenzfrage noch offen.

Wien. (VN) In drei Wochen soll das Konzept zur Bildungsreform stehen. Über Inhalte gaben sich die Teilnehmer der am Dienstag stattgefundenen Verhandlungsrunde zugeknöpft. Zu hören ist nur, dass die Gespräche zur Schulautonomie gut laufen sollen. Bei der Schulverwaltung gestalteten sich die Verhandlungen weniger leicht. Hier konzentriert sich die Frage vor allem darauf, welche Kompetenzen Gemeinden, Bund und Ländern zukommen. Darum hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder heftige Streitigkeiten gegeben. Dem Vernehmen nach sollen auf dem Tisch der Arbeitsgruppe bis zu sechs Modelle liegen. Die Palette reicht dabei von einer kompletten Verwaltung durch den Bund bis zu einer kompletten Verwaltung durch das Land. Dazwischen liegen Modelle der Mitverwaltung, wie sie etwa in Niederösterreich oder der Steiermark praktiziert wird. Sie übertrugen die Verwaltung „ihrer“ Landeslehrer an eine Bundesbehörde. Dafür müssen die Länder zwar bezahlen, gleichzeitig aber keine eigene Verwaltung aufbauen.

Beim Thema Autonomie geht es etwa um den Ausbau der finanziellen, personellen und pädagogischen Eigenständigkeit der Schulen. So könnten zum Beispiel Direktoren ein Mitspracherecht bei der Anstellung von Lehrern oder Unterstützungspersonal bekommen. In pädagogischen und Lehrplanangelegenheiten dürfen Schulen schon jetzt einiges selbst regeln – was jedoch durch mangelnde Budgetautonomie de facto eingeschränkt wird. So ist es ein Mythos, dass die Schule um acht Uhr beginnen muss. Zudem können Schulen innerhalb eines bestimmten Rahmens bereits heute die Stundenzahlen für Unterrichtsfächer verändern. Jedes Unterrichtsjahr können zudem vier beziehungsweise fünf Tage für schulfrei erklärt werden. Kaum Autonomie gibt es hingegen im Personalbereich: Lediglich bei der Direktorenbestellung dürfen die Schulpartner – Eltern, Lehrer und zum Teil auch Schüler – eine Stellungnahme abgeben.