USA ändern ihre Syrien-Strategie

Politik / 28.10.2015 • 22:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Verhandlungen auch mit dem Iran. Mehr Luftschläge, US-Bodentruppen möglich.

washington, wien. (VN) Die USA wollen ihre militärische Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausbauen. Unter anderem sei geplant, in Zukunft mehr und zerstörerischere Luftangriffe auf die Extremisten in ihren Hochburgen Rakka in Syrien und Anbar im Irak zu fliegen, sagte Verteidigungsminister Ashton Carter am Mittwoch vor dem Streitkräfteausschuss des Senats. Völlig neu an der US-Strategie in Syrien ist jedoch ein angestrebter Dialog auch mit dem Iran sowie die mögliche Bereitstellung von US-Bodentruppen.

Der Angriff hochkarätiger IS-Ziele sei mittlerweile möglich, weil die Geheimdienstinformationen aus den IS-Gegenden immer besser würden. Mehr Luftangriffe solle es unter anderem auch auf die vom IS besetzten Ölfelder geben. Diese seien ein wichtiger Pfeiler für die Finanzen der Terroristen.

Rund um Rakka sollten zudem moderate Rebellen unterstützt werden, die zuletzt wichtige Bodengewinne erzielten. „Einige von ihnen sind heute nur noch 50 Kilometer von Rakka entfernt“, sagte Carter. Der Verteidigungsminister gestand aber auch das Scheitern des US-Plans ein, eine neue Armee gemäßigter Rebellen gegen den IS aufzubauen. Stattdessen werde nun eine Zusammenarbeit mit einigen bereits im Bürgerkrieg aktiven Rebellenführern angestrebt, allerdings nur nach ihrer ausführlichen Überprüfung.

Die USA seien nun auch grundsätzlich zu bewaffneten Kämpfen am Boden gegen den IS bereit. Washington werde nicht davor zurückschrecken, Partner bei Attacken gegen den IS zu unterstützen oder solche Einsätze selbst auszuführen, „ob durch Angriffe aus der Luft oder direkte Handlungen am Boden“, sagte Verteidigungsminister Carter. „Die Umsetzung unserer Strategie kann und muss und wird gestärkt werden.“ All dies Schritte gemeinsam würden dazu beitragen, das IS-Territorium immer weiter zu verkleinern, „um letztlich dieser bösen Bewegung jeglichen Rückzugsort in ihrem angeblichen Kernland zu verwehren“.

Neues Syrien-Treffen in Wien

Nach der bisher erfolglosen Vermittlung im Syrien-Konflikt akzeptieren die USA mit dem Iran nun auch den neben Russland wichtigsten Verbündeten von Syriens Machthaber Baschar al-Assad am Verhandlungstisch. Beim heute und morgen, Freitag, in Wien stattfindenden Syrien-Treffen wird auch Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif teilnehmen. Die USA versuchen, alle Seiten mit Einfluss in Syrien nach Wien zu bringen, auch Irans Erzrivalen Saudi-Arabien. An der Konferenz werden weiters Deutschland, Großbritannien, Frankreich und die Vereinigten Arabischen Emirate teilnehmen.

Die Umsetzung kann, muss und wird gestärkt werden.

US-Minister Ashton Carter