Syrien-Drehscheibe Wien

Politik / 29.10.2015 • 23:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Heute, Freitag, steht Wien erneut im Zentrum der internationalen Kriegsdiplomatie.

wien. (VN) Mindestens 17 Staaten sowie die EU und die UNO werden heute, Freitag, beim Syrien-Gipfel in Wien durch hochrangige Politiker und Diplomaten vertreten sein. Syrische Repräsentanten hingegen werden nicht anwesend sein.

Erste Vorgespräche fanden bereits am Donnerstag statt. Die Außenminister John Kerry (USA) und Sergej Lawrow (Russland) diskutierten mit ihren Kollegen Feridun Sinirlioglu (Türkei) und Adel al-Jubeir (Saudi-Arabien) erneut über einen möglichen Ausweg aus dem Bürgerkrieg in Syrien. Auch Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) traf sich mit Kerry.

Heute, Freitag, werden die Gespräche in großer Runde fortgesetzt; vertreten sind neben den Genannten Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Iran, Katar, Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate, Libanon, Jordanien, Italien und Oman. Unklar war noch, ob der Irak und China teilnehmen werden. Ebenfalls am Wiener Verhandlungstisch: EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sowie der UNO-Sondergesandte für den Syrien-Konflikt, Staffan de Mistura.

Ein Knackpunkt bei dem Gipfel dürfte die Rolle des syrischen Machthabers Baschar al-Assad bei einer möglichen Friedensregelung sein. Westliche Staaten haben erkennen lassen, dass der Präsident in eine Übergangslösung eingebunden werden könnte. Russland und der Iran als Hauptunterstützer Assads wollen von seiner baldigen Ablösung nichts wissen, Saudi-Arabien und die USA beharren jedoch darauf – zumindest langfristig. Unbestritten ist bei allen Konferenzteilnehmern, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) der gemeinsame Hauptgegner ist. Die Dschihadisten stellen die mit Abstand stärkste oppositionelle Kraft in der zersplitterten syrischen Opposition dar.

Zehn Millionen auf der Flucht

Laut Kerry gelte es in Wien, „endlich einen Weg aus der Hölle zu weisen“. In Syrien sind seit 2011 eine Viertelmillion Menschen getötet worden. Mehr als zehn Millionen sind vor der Gewalt auf der Flucht, über vier Millionen von ihnen haben das Land bereits verlssen, gut 500.000 von diesen sind inzwischen in der EU angekommen.

In Wien gilt es nun, endlich einen Weg aus der Hölle zu weisen.

Außenminister John Kerry (USA)