Österreich ist immer noch sehr spitalslastig

04.11.2015 • 21:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien. Das heimische Gesundheitssystem ist weiterhin sehr spitalslastig. Das geht aus dem OECD-Bericht „Health at a Glance 2015“ hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Pro 1000 Einwohner verfügt Österreich über 7,7 Krankenhausbetten, so der Bericht, der sich auf Zahlen aus dem Jahr 2013 stützt. Mehr haben nur Japan, Korea, Russland und Deutschland. Die hohe Zahl der Spitalsaufenthalte (um 70 Prozent über dem OECD-Schnitt) lasse sich nicht durch die Bevölkerungsstruktur erklären, heißt es. So hätten etwa nordische Länder einen höheren Anteil an über 65-Jährigen, dennoch aber viel geringere Spitalsaufnahmen und -entlassungen.

Eine der Ursachen aus OECD-Sicht ist Österreichs Rückstand bei ambulanten Eingriffen. Zwar sei etwa der Anteil tagesklinischer Operationen gegen den „Grauen Star“ von nur einem Prozent im Jahr 2000 auf 67 Prozent im Jahr 2013 gestiegen. Im Großteil der OECD-Länder würden aber fast alle ambulant durchgeführt. Mandeloperationen würden in Österreich fast nie tagesklinisch gemacht, in vielen anderen Staaten aber schon. Über dem OECD-Schnitt liegt Österreich auch bei den Gesundheitsausgaben pro Kopf.

Hoher Alkoholkonsum

Bei einigen Gesundheitsindikatoren stechen die Österreicher in der Studie übrigens stark hervor. 12,2 Liter reinen Alkohol konsumierten die Österreicher (über 15 Jahren) pro Kopf und Jahr (Stand 2011), ein Wert, der unter den 34 OECD-Staaten lediglich von Litauen (14,3 Liter) übertroffen wurde. Schlecht liegt Österreich, was die Impfrate betrifft. Gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten sind zum Beispiel nur 83 Prozent der Einjährigen immunisiert, ein Wert, der nur von Indien und Südafrika unterboten wird. Der OECD-Schnitt liegt bei 95 Prozent.