„Die Modellregion in Vorarlberg ist bedroht“

Politik / 06.11.2015 • 22:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bildungsreform: Landeschefs für Verländerung und Schulversuch nur auf Bezirksebene.

Wien. Die Landeshauptleute bestehen bei der Bildungsreform weiter auf eine Verländerung der Schulverwaltung. Die Agenden, die derzeit von den Landeschulräten beziehungsweise den Ämtern der Landesregierung wahrgenommen werden, sollen in Bildungsdirektionen zusammengefasst werden. Diese Direktionen müssten „als Sonderbehörden der Länder“ organisiert sein. Damit würden sowohl AHS- und BHS-Lehrer als auch Pflichtschullehrer von einer Länderbehörde verwaltet. Präsident der Bildungsdirektion soll laut dem Papier der Landeshauptmann sein. Auch sollen in allen Bundesländern Modellregionen zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen eingerichtet werden können – allerdings nur in einem Bezirk pro Bundesland. „Das hätte dramatische Folgen für das Projekt der gemeinsamen Schule in Vorarlberg“, hält der Grünen-Bildungssprecher Harald Walser (62) gegenüber den VN fest. Eine Modellregion Vorarlberg wäre dem Papier zufolge nicht mehr möglich. Die Position der Länder zur Verwaltung kritisiert Walser als einen Ansatz, der die Behördenstruktur „zurück ins 19. Jahrhundert“ bringe.

Das Schreiben wurde vom Salzburger Landeschef Wilfried Haslauer (59, ÖVP) an die drei anderen Landesvertreter in der Bildungsreformkommission übermittelt. Darin bezieht er sich auf die Gespräche bei der Landeshauptleute-Konferenz.

Es wäre dramatisch für die gemeinsame Schule im Land.

Harald Walser