Eine neue Ära in Myanmar

Politik / 09.11.2015 • 22:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Erste offizielle Ergebnisse: Überwältigender Sieg für Suu Kyi zeichnet sich ab.

Rangun. Bei den historischen Parlamentswahlen in Myanmar hat sich ein überwältigender Sieg der Oppositionspartei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi abgezeichnet. Die Wahlkommission verkündete am Montag erste Ergebnisse aus der Hafenstadt Rangun, wo fast alle Sitze für das nationale und regionale Parlament an Suu Kyis Nationalliga für Demokratie (NLD) gingen. Die Partei könne mit bis zu 80 Prozent der Sitze rechnen, sagte Parteisprecher Win Htein. Die militärnahe Regierungspartei USDP räumte starke Verluste ein.

Den „Anbruch einer neuen Ära“, verkündete die Staatszeitung „Neues Licht von Myanmar“. „Es gibt keinen Grund, das Ergebnis nicht anzuerkennen“, zitierte sie Oberbefehlshaber Min Aung Hlaing. Die NLD hatte bei den letzten freien Wahlen 1990 schon einmal haushoch gewonnen. Die damals regierende Militärjunta weigerte sich aber, das Ergebnis anzuerkennen.

„Es ist zu früh, unseren Kandidaten zu gratulieren, aber ihr habt sicher alle eine Vorstellung, wie die Ergebnisse aussehen“, sagte eine entspannte Suu Kyi Anhängern in ihrer Parteizentrale. Niemand solle aber prahlen, das verletze die Gefühle der Verlierer.

333 Sitze für die Mehrheit

Neben den Regionalparlamenten wurden am Sonntag vor allem fast 500 Sitze in den beiden Kammern des Nationalparlaments neu besetzt. Es hat insgesamt 664 Abgeordnete, aber 166 Plätze sind für das Militär reserviert. Die Partei der Friedensnobelpreisträgerin müsste für eine einfache Mehrheit 333 Sitze erobern.