Ein Visionär beim Wirtschaftsforum

Politik / 10.11.2015 • 21:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 10. November. Rund 500 Gäste hörten dem Starredner des Abends zu. 21 Jahre später schwärmen sie immer noch. Fotos: RTS, DPA
VN-Bericht vom 10. November. Rund 500 Gäste hörten dem Starredner des Abends zu. 21 Jahre später schwärmen sie immer noch. Fotos: RTS, DPA

Herlmut Schmidt sprach 1994 beim Vorarlberger Wirtschaftsforum in Dornbirn über Europa.

Dornbirn. (VN-mip) Er habe eine unglaubliche Energie ausgestrahlt, habe das Publikum mit seinen Analysen gefesselt. Sein Auftreten sei faszinierend gewesen, dennoch sehr offen und unkompliziert. So erinnern sich einige der Besucher des 11. Vorarlberger Wirtschaftsforums noch heute an den Starredner dieses Abends, Helmut Schmidt. Der Gast richtete an jenem 9. November 1994 visionäre Worte an das Publikum, die auch heute gesprochen werden könnten: „Es gibt keine Alternative zur Absicherung und zur weiteren Vertiefung der europäischen Integration. Nur als europäische Union bringen unsere Staaten genügend Gewicht auf die Waagschale, um auf den mannigfachen Feldern der Weltpolitik ihre Interessen wahren zu können.“

Er nannte vier Punkte, weshalb Europa zusammenwachsen müsse: Das damals seit wenigen Jahren 82 Millionen Einwohner große Deutschland, das „für manche einen Albtraum“ verkörpere. Den Zusammenbruch der UdSSR, Orientierungsschwierigkeiten innerhalb der NATO und die starke Rolle vier weiterer Weltmächte. 1994, da war Österreich noch nicht Teil der EU. Vom Euro ganz zu schweigen. Schmidt sagte schon damals, dass es eine gemeinsame Währung brauche, um mit den großen Wirtschaftsmächten konkurrieren zu können.

Es war ein unvergesslicher Auftritt im Dornbirner Kulturhaus. Der Auftritt eines eindrücklichen, schlagfertigen, analytischen, offenen Visionärs.