Slowenien baut Barrieren

Politik / 10.11.2015 • 22:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Land will Grenze zu Kroatien sichern, um den Flüchtlingsstrom zu kontrollieren.

Ljubljana. Slowenien wird „technische Barrieren“ an seiner Grenze zu Kroatien errichten. Um eine humanitäre Katastrophe auf slowenischem Gebiet zu verhindern und zum Schutz der Schengen-Grenze werde sein Land in den kommenden Tagen damit beginnen, Barrieren aufzustellen, „wenn nötig, auch einen Zaun“, erklärte der slowenische Premier Miro Cerar bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Slowenien schließe damit seine Grenze nicht, betonte Cerar, die technischen Mittel sollen aber dazu dienen, den Zustrom zu kontrollieren. Das kleine EU-Land erwartet in den kommenden Tagen wieder steigende Flüchtlingszahlen und bis zu 10.000 Neuankünfte täglich. 30.000 Menschen sind laut slowenischen Behörden derzeit auf der sogenannten Balkanroute, die durch Kroatien, Slowenien und Österreich führt, unterwegs.

Schengen-Außengrenze

Cerar erklärte zudem, dass es aus den Zielländern Österreich und Deutschland bereits Signale gebe, dass sie die Zuwanderung einschränken wollen. Nach seinen Informationen würde Österreich den täglichen Zustrom auf rund 6000 Flüchtlinge begrenzen wollen. Seinen kroatischen Amtskollegen Zoran Milanovic und auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) habe er über die slowenischen Pläne informiert, erklärte Cerar. Faymann bestätigte am Dienstag ein Telefonat. Die Grenze Sloweniens sei, im Gegensatz zu Österreichs Grenzen, eine Schengen-Außengrenze, betonte der Kanzler, was ein anderes Vorgehen ermögliche.