Grausame Nacht des Terrors hat Paris im Griff

14.11.2015 • 00:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verängstigte Besucher des Stade de France liefen nach dem Länderspiel Frankreich – Deutschland auf das Spielfeld.
Verängstigte Besucher des Stade de France liefen nach dem Länderspiel Frankreich – Deutschland auf das Spielfeld.

Dutzende Tote nach Bombenexplosionen und Schießereien in der französischen Hauptstadt.

Paris. Eine Welle der Gewalt hat am Freitag Paris erschüttert. In der Nähe des Fußballstadions Stade de France, wo Deutschland und Frankreich ein Freundschaftsspiel austrugen, explodierten Bomben. Es kam zudem zu Schießereien, in einer Konzerthalle nahmen bewaffnete Männer rund 100 Geiseln. Bei Redaktionsschluss gegen 1 Uhr zählte die Polizei rund 40 Tote, Medien berichteten von bis zu 60 Todesopfern.

Offenbar verteilten sich die Anschläge auf mehrere Tatorte. Nahe dem Stadion explodierten zwei Bomben, Medien berichteten von zwei Selbstmordattentätern und bezogen sich dabei auf Ermittlerkreise. Die Explosionen waren von den Zuschauern des Freundschaftsspiels deutlich zu hören. Nach dem Abpfiff strömten Hunderte Zuschauer auf das Spielfeld. Zunächst brach vereinzelt Panik aus, dann beruhigte sich die Lage jedoch.

In einem Restaurant eröffneten bewaffnete Männer das Feuer, sie sollen nach Medienberichten AK-47-Gewehre verwendet haben. In der Konzerthalle Bataclan nahmen bewaffnete Männer Geiseln während eines Auftritts einer Rockband, die Rede ist von 100 Menschen. Die Angreifer sollen in die Menge geschossen und mehrere Menschen getötet haben. Auch am Bataclan sollen zuvor Schüsse gefallen sein, mehrere Medien berichten von fünf Explosionen im Umfeld der Halle.

Kurz vor 1 Uhr morgens dann bestätigten sich Gerüchte, wonach die Polizei den Konzertsaal stürmte. Zahlreiche Menschen verließen daraufhin das Gebäude. Details zur Stürmung waren bei Redaktionsschluss jedoch nicht bekannt.

Grenzen geschlossen

Staatschef François Hollande sah sich zum Zeitpunkt der ersten Explosionen gerade das Länderspiel im Stadion an. Er verließ das Stade de France zur Halbzeit und bildete mit Premier Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve einen Krisenstab im Innenministerium, eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts wurde einberufen. Kurz vor Mitternacht rief der Staatschef dann den Notstand aus, alle Grenzen wurden geschlossen, wie Hollande bekannt gab. Der französische Präsident sprach von einem Terroranschlag.

Rettungskräfte vor dem Restaurant, in dem bewaffnete Männer mehrere Menschen töteten. Foto: reuters
Rettungskräfte vor dem Restaurant, in dem bewaffnete Männer mehrere Menschen töteten. Foto: reuters

Aktuelle Informationen zur Gewaltserie in Paris finden Sie unter www.vol.at