Suche nach Terroristen fortgesetzt

Politik / 19.11.2015 • 22:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ermittlungen nach der Antiterroraktion in Saint-Denis, bei welcher der Islamist Abaaoud getötet wurde.  EPA
Ermittlungen nach der Antiterroraktion in Saint-Denis, bei welcher der Islamist Abaaoud getötet wurde.  EPA

Mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge von Paris ist tot. Festnahmen in Belgien.

Paris. Der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge von Paris ist tot – eine Woche nach den Morden suchen die Ermittler aber noch mindestens einen weiteren Islamisten. Bei dem dramatischen Polizeieinsatz in Saint-Denis am Mittwoch wurde der 28-jährige belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud getötet, der als ein Kopf hinter den Anschlägen galt. Frankreichs Premierminister Manuel Valls bezeichnete Abaaoud als „eines der Gehirne der Anschläge“. Am Mittwoch war sein Schicksal zunächst noch unklar geblieben. Acht Menschen wurden bei dem siebenstündigen Einsatz nördlich von Paris festgenommen. Zwei Terrorverdächtige starben, neben Abaaoud wahrscheinlich eine Frau, die sich in die Luft sprengte. Abaaoud war das Ziel des Einsatzes. Er habe „eine entscheidende Rolle“ bei den Anschlägen gespielt, sagte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve. Die Ermittlungen würden „die genaue Beteiligung“ Abaaouds klären. „Sie wird uns auch erlauben, den Weg dieses Terroristen aus Molenbeek in Belgien zu rekonstruieren.“ Möglicherweise sei er in vier weitere teils vereitelte Anschläge verwickelt gewesen, etwa den verhinderten Anschlag im Thalys-Schnellzug zwischen Brüssel und Paris im August.

Doch die Suche ist nicht beendet. Weiterhin fehlt jede Spur von Salah Abdeslam, dem Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris.

Ausnahmezustand verlängert

Unterdessen verabschiedete die Nationalversammlung in Paris mit überwältigender Mehrheit ein Gesetz zur dreimonatigen Verlängerung des Ausnahmezustandes. Er gilt seit dem 14. November. Valls hatte zuvor vor weiteren Attentaten gewarnt: „Es kann auch ein Risiko chemischer oder bakteriologischer Waffen geben.“ Bei einer weiteren Abstimmung am Freitag im Senat, der zweiten Kammer des Parlaments, wird ebenfalls eine klare Zustimmung erwartet. Erweiterte Befugnisse der Sicherheitsbehörden bleiben dann erhalten.

Antiterror-Razzien in Belgien

In Belgien hat die Polizei bei Antiterror-Razzien im Großraum Brüssel unterdessen neun Verdächtige zu Verhören mitgenommen. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Brüssel mit. Demnach standen die Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit dem Pariser Selbstmordattentäter Bilal Hadfi, der in Belgien lebte. Die Untersuchung gegen Hadfi habe bereits Anfang 2015 begonnen, als dieser nach Syrien ausgereist war.

Neue Videobotschaft

In einer neuen Videobotschaft drohte der IS indirekt mit einem Anschlag in New York – die Polizei und der Bürgermeister sehen aber keine konkrete Gefahr. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius erklärte, die Welt müsse die Bedrohung durch den IS in den Griff bekommen. Das Engagement Moskaus im Kampf gegen die Terrormiliz in Syrien begrüßte er. Russland fliegt seit Längerem Luftangriffe in Syrien, will dabei nun aber stärker mit Frankreich zusammenarbeiten.