Geiseldrama mit zahlreichen Toten

20.11.2015 • 21:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Spezialeinheiten beendeten die Geiselnahme. Bis zu 170 Menschen waren in der Gewalt der Angreifer.  Foto: AFP
Spezialeinheiten beendeten die Geiselnahme. Bis zu 170 Menschen waren in der Gewalt der Angreifer.  Foto: AFP

Terroristen stürmten in Mali ein Hotel. Zur Tat bekannten sich Al-Kaida-nahe Gruppen.

Bamako. In Malis Hauptstadt Bamako ist es am Freitag zu einem terroristischen Anschlag auf ein bei Ausländern beliebtes Luxushotel gekommen. Angreifer nahmen bei dabei bis zu 170 Geiseln. Mindestens 21 Menschen kamen ums Leben, wie aus Kreisen der UN-Blauhelmmission in Mali (Minusma) verlautete. Auch zwei Attentäter seien getötet worden.

Spezialeinheiten konnten die Geiselnahme beenden, bei Redaktionsschluss war allerdings unklar, ob sich noch immer Terroristen in den oberen Stockwerken des Hotels verschanzt hielten. Zu dem Anschlag bekannten sich Berichten zufolge zwei mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Islamistengruppen. Der Innenminister des westafrikanischen Landes, Salif Traoré, gab am Abend bekannt, dass die Geiselnahme beendet sei.

Die Angreifer hatten das Radisson Blue Hotel am Morgen in ihre Gewalt gebracht. 170 Personen hielten sich nach Angaben des in Brüssel ansässigen Betreibers Rezidor dort auf. Die malischen Sicherheitskräfte begannen am Nachmittag mit der Stürmung des Hotels. Unterstützung erhielten sie dabei von US-Spezialeinheiten und französischen Truppen.

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira und die mauretanische Nachrichtenseite Al-Akhbar berichteten, dass die Terrorgruppen Al-Murabitun und Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) für den Anschlag verantwortlich seien. Urheber soll nach Erkenntnissen der französischen Regierung der vor Monaten für tot erklärte Islamist Mokhtar Belmokhtar gewesen sein. Der Al-Kaida-Veteran gilt als Anführer der Terrorgruppe im nördlichen Afrika.

„Allahu akbar“-Rufe

Ein Polizeibeamter in Bamako sagte am Vormittag, die Angreifer hätten jene Geiseln freigelassen, die das islamische Glaubensbekenntnis aufsagen konnten. Nach Angaben eines Mitglieds des Hotel-Sicherheitsteams nutzten die Angreifer einen Wagen mit diplomatischen Kennzeichen, um Zugang zu dem normalerweise gut geschützten  Radisson zu erhalten. Medienberichten zufolge riefen die Angreifer „Allahu akbar“ („Gott ist am größten“).

Frankreichs Präsident François Hollande sprach mit seinem malischen Kollegen Ibrahim Keita und sagte ihm Unterstützung zu. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den „furchtbaren terroristischen Angriff“. 

Österreicher nicht betroffen

Laut dem österreichischen Außenministerium sind von der Geiselnahme keine Österreicher betroffen. Auch die sieben österreichischen Mitglieder der EU-Trainingsmission in Mali (EUTM) sind wohlauf.