Anti-Terror-Einsatz im Zentrum von Brüssel

Politik / 22.11.2015 • 22:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Militärpräsenz am Brüsseler Weihnachtsmarkt. Die U-Bahn und teilweise Straßenbahnen fuhren auch am Sonntag nicht. Foto: AP
Militärpräsenz am Brüsseler Weihnachtsmarkt. Die U-Bahn und teilweise Straßenbahnen fuhren auch am Sonntag nicht. Foto: AP

Höchste Terrorwarnstufe bleibt. Gesuchter Paris-Attentäter offenbar im Großraum Brüssel.

Brüssel. Brüssel bleibt in Alarmbereitschaft: Aus Sorge vor möglichen Anschlägen gilt auch am heutigen Montag am dritten Tag in Folge die höchste Terrorwarnstufe für die belgische Hauptstadt. Zum Beginn der Arbeitswoche wird die Metro nicht fahren; Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. Das teilte Belgiens Premier Charles Michel am Sonntagabend nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates mit. Stufe 4 bedeute, dass eine ernste und unmittelbare Bedrohung besteht. Michel sagte: „Wir fürchten einen ähnlichen Anschlag wie in Paris.“

Mögliche Ziele solcher Attacken könnten belebte Orte wie Einkaufszentren, Einkaufsstraßen oder der öffentliche Nahverkehr sein. Seit Samstagmorgen gilt die höchste Terrorwarnstufe für Brüssel, im Rest Belgiens gilt weiter die Stufe 3. In Brüssel sollen sich zwei Terrorverdächtige aufhalten, darunter möglicherweise der seit einer Woche gesuchte Salah Abdeslam. Er ist der Bruder eines der Pariser Selbstmordattentäter und wohnte zuvor im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Abdeslam soll sich am 13. November an den Anschlägen in Paris mit 130 Toten beteiligt haben und seitdem in Brüssel verstecken.

Am Sonntagabend startete die Polizei im Zentrum von Brüssel einen großangelegten Anti-Terror-Einsatz. Mehrere Straßen in der Nähe des zentralen Marktplatzes Grand Place wurden abgesperrt. An einer Straße sei ein Linienbus quergestellt worden, um den Verkehr zu stoppen. Ein Hubschrauber kreise über den Häusern. Von offizieller Seite gab es zunächst keine Bestätigung für den Einsatz. Die Polizei bat vielmehr darum, keine Einzelheiten zu den laufenden Aktionen in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Nach Angaben belgischer Medien sind die Sicherheitsmaßnahmen so noch nie dagewesen. Die Treffen der EU-Finanzminister und der EU-Bildungsminister werden am Montag wie geplant stattfinden.