Minister pocht auf Einlenken der USA

22.11.2015 • 21:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Chefredakteur Gerold Riedmann (r.) in der ORF-Pressestunde.
VN-Chefredakteur Gerold Riedmann (r.) in der ORF-Pressestunde.

Rupprechter fordert Entgegenkommen bei TTIP. Er will eine CO2-Steuer diskutieren.

Wien. (VN-ebi, apa) Umwelt- und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (54, ÖVP) will einen „Energiewende-Vertrag“. Das sei der Vorschlag der EU, den sie bei der UN-Klimakonferenz in Paris auf den Tisch legen werde. Mehr erneuerbare Energie, weniger fossile und nukleare Systeme. Das sei das Ziel, erklärte der Minister in der ORF-Pressestunde mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann (38) und ORF-Journalistin Sonja Sagmeister (40). Außerdem möchte Rupprechter das Emissionshandelssystem reformieren und eine europäisch einheitliche CO2-Abgabe als Ersatz diskutieren, um „dem Kohlenstoff einen Preis zu geben“.

Zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) äußerte er sich kritisch. „Ich bin sehr skeptisch, dass es bis zum März zu einem Abschluss kommt“, sagte Rupprechter. In den Kernthemen gebe es auf der Seite der USA kein Entgegenkommen – auch nicht bei den geschützten Herkunftsbezeichnungen wie dem Tiroler Speck. „Wir werden kein finales Diktat akzeptieren. Notfalls müssen wir bereit sein, Nein zu sagen“, erklärt Rupprechter.

Keine Essensvorschriften

Erneute Kritik übte der Minister zudem an der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Wurst als krebsgefährdend einstufte. Das Vorgehen der WHO sei unverantwortlich gewesen. Der Konsum von Fleisch sei immer eine Frage der Dosis, sagte der Minister.