34 muslimische Staaten bilden Allianz gegen Terror

Politik / 15.12.2015 • 22:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Bündnis unter Führung von Saudi-Arabien. Schiitischer Iran nicht dabei.

riad. Unter Federführung des sunnitischen Königreichs Saudi-Arabien wollen 34 vorwiegend muslimische Länder in einer neuen militärischen Allianz Front gegen den Terrorismus machen. In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA hieß es, dass das Ziel des Bündnisses nicht nur der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei, sondern die Bekämpfung „jeder terroristischen Organisation, mit der wir konfrontiert werden“.

34 Mitglieder

Das Bündnis umfasst 34 Staaten aus Afrika, der Arabischen Halbinsel und Asien sowie das Nato-Mitglied Türkei. Die Operationszentrale soll in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad angesiedelt sein. Die genaue Strategie blieb zunächst unbekannt. Die Gründung des Bündnisses sei erfolgt, weil Terrorismus unter allen Umständen bekämpft und gemeinsam besiegt werden müsse, heißt es weiter in der Erklärung.

„Zurzeit kämpft jedes muslimische Land auf individuelle Weise gegen den Terrorismus“, sagte der saudi-arabische Verteidigungsminister und stellvertretende Kronprinz Mohammed bin Salman auf einer Pressekonferenz. „Eine Koordinierung der Bemühungen ist sehr wichtig.“ Die neue Allianz soll demnach Mechanismen mit anderen Ländern und internationalen Instanzen entwickeln, um Antiterrormaßnahmen zu unterstützen.

Die Türkei, die der US-geführten Koalition Luftwaffenstützpunkte für Einsätze gegen den IS bereitstellt, ist das einzige Nato-Mitglied in dem Militärbündnis. Regierungschef Ahmet Davutoglu sagte: „Wir glauben, dass diese Anstrengung muslimischer Länder ein Schritt in die richtige Richtung ist.“ Die USA hatten immer wieder eine stärkere Rolle der Golfstaaten im Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak eingefordert.

Stellvertreterkriege mit Iran

Der schiitische Iran ist nicht Teil des Bündnisses. Mit seinem Erzrivalen Iran ist Saudi-Arabien in eine Reihe von Stellvertreterkriegen verwickelt, darunter in Syrien und im Jemen. Der IS nutzt im Jemen das Machtvakuum aus, um sich auszubreiten.

In dem vielschichtigen Konflikt kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen gemeinsam mit Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh gegen Getreue von Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, südjemenitischen Separatisten und Stammesmilizen. Saudi-Arabien und andere sunnitische Staaten fliegen seit Ende März Luftangriffe auf die Huthis.

Aktuell gilt eine siebentägige Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland. Anlass sind die am Dienstag zwischen der international anerkannten Regierung und den Rebellen begonnenen Friedensgespräche in der Schweiz, die von den UN vermittelt worden sind.

Eine Koordinierung der Bemühungen ist sehr wichtig.

Mohammed bin Salman

Stichwort. Islamische Militärallianz

Dem islamischen Militärbündnis gehören neben Saudi-Arabien 33 Mitglieder an: Bahrain, Katar, Jordanien, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate, der Jemen, Libanon, Libyen, Tunesien, Ägypten, Marokko, Mauretanien, Palästina, Türkei, Pakistan, Bangladesch, Benin, Tschad, Togo, Dschibuti, Senegal, Sudan, Sierra Leone, Somalia, Gabun, Guinea, die Komoren, Elfenbeinküste, Malediven, Mali, Malaysia, Niger und Nigeria.