Gnadengesuch aufgetaucht

Politik / 27.01.2016 • 22:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Dieses Foto zeigt Eichmann 1961 vor Gericht. Foto: AFP
Dieses Foto zeigt Eichmann 1961 vor Gericht. Foto: AFP

jerusalem. (VN) Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat zum internationalen Holocaust-Gedenktag das Gnadengesuch des Nazi-Kriegsverbrechers Adolf Eichmann veröffentlicht. Das handschriftliche Dokument lag mehr als ein halbes Jahrhundert in den Archiven des israelischen Präsidialamtes. Juristische Experten sind im Zuge einer Digitalisierung von Archivmaterial auf das Zeitdokument gestoßen, wie ein Sprecher des Staatspräsidenten bekannt gab.

Verantwortung geleugnet

In dem auf den 29. Mai 1962 datierten Gesuch an den damaligen Präsidenten Yitzhak Ben Zvi schreibt Eichmann, der als einer der Hauptorganisatoren des Holocaust gilt, unter anderem, dass er „lediglich Instrument der Führung“ gewesen sei. Ben Zvi hatte das Gesuch abgelehnt, noch in der Nacht wurde Eichmann hingerichtet. Bei einer Gedenkveranstaltung 55 Jahre nach dem Prozess waren am Mittwoch auch die Tochter des israelischen Chefanklägers Gideon Hausner und Rafael Eitan anwesend. Letzterer war als Agent des Geheimdienstes Mossad an der Entführung Eichmanns aus Argentinien beteiligt gewesen.