Die Bischofskonferenz ist gegen eine Festung Europa

Politik / 11.03.2016 • 22:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Schönborn: „Ein bisschen mehr werden wir teilen müssen.“  RTS
Schönborn: „Ein bisschen mehr werden wir teilen müssen.“ RTS

Solidarität in Flüchtlingskrise eingemahnt. Hilfe für verfolgte Christen erhöht.

Wien. Österreichs römisch-katholische Bischöfe haben nach ihrer Frühjahrsvollversammlung deutliche Worte zur aktuellen Flüchtlingskrise gefunden. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, bekräftigte am Freitag, dass man Europa nicht auf Dauer als Festung einmauern könne. Das Schließen der Balkanroute sei nur als Notmaßnahme eine Lösung. Außerdem könne man Griechenland nicht alle Lasten aufbürden und gleichzeitig europäische Solidarität fordern. „Ein bisschen mehr werden wir teilen müssen in Zukunft“, meinte Schönborn. Für Soforthilfe und Entwicklungszusammenarbeit brauche es mehr Mittel, Österreich liege – wie andere Länder – weit unter den internationalen Vereinbarungen. Gleichzeitig lobte er die Leistungen des Landes in der Flüchtlingshilfe.

Ein weiteres Thema der Bischofskonferenz diese Woche in Linz war die Hilfe für verfolgte Christen. Vor diesem Hintergrund hat die Bischofskonferenz die Hilfe für Länder des Nahen Ostens ausgeweitet, von 2,6 Millionen Euro im Jahr 2010 auf
7,5 Millionen Euro 2015.

Hilfe für Christen

Auch Hilfe für nach Österreich geflüchtete Christen müsse es geben, und zwar ebenso gegen Ausgrenzung und Bedrängung aufgrund ihres Glaubens in Asylunterkünften. Gleichzeitig bestätigte Schönborn – ohne konkrete Zahlen zu nennen – das von den VN berichtete gesteigerte Interesse an Konvertierungen vom Islam zu christlichen Religionen.