Streiks legen Frankreich lahm

Politik / 27.05.2016 • 22:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Protest in Lyon: Mit Blumen in der einen und einer Fackel in der anderen Hand postiert sich ein Demonstrant vor den Polizisten. Foto: AFP
Protest in Lyon: Mit Blumen in der einen und einer Fackel in der anderen Hand postiert sich ein Demonstrant vor den Polizisten. Foto: AFP

Spritblockaden in Frankreich. Gewerkschaften rufen zu erweiterten Streiks auf.

paris. (VN) Blockaden und Streiks an Treibstoffdepots und Raffinerien hatten in den vergangenen Tagen zu Engpässen in der Treibstoffversorgung in ganz Frankreich geführt. Am Donnerstag war jede fünfte Tankstelle im Land betroffen. „Wir müssen in die Schweiz zum Tanken fahren“, klagt eine Einwohnerin aus Saint-Gervais-les-bains. Der Touristenort am Mont Blanc liegt etwa 60 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. 

Grund der Streiks ist die seit Monaten umstrittene Arbeitsmarktreform, die das Arbeitsrecht flexibler machen soll. Gegner fürchten um Rechte der Arbeitnehmer. Nach landesweiten Demonstrationen gegen das Vorhaben am Donnerstag mit mindestens 160.000 Teilnehmern riefen die CGT und weitere Gewerkschaften zu erweiterten Streiks auf und forderten: „Jeder Tag muss ein neuer Schwung in der Mobilisierung sein.“

Mehr Streiks angekündigt

Neue Streiks sind für die kommenden Wochen beispielsweise bei der Pariser Metro angesetzt, unter anderem für den Tag des Eröffnungsspiels der Fußball-Europameisterschaft am 10. Juni. Für den 14. Juni haben die Gewerkschaften in Paris eine nationale Kundgebung angekündigt. 

Trotz der heftigen Proteste bekräftigte Frankreichs Staatschef François Hollande einmal mehr, an dem umstrittenen Vorhaben festhalten zu wollen. „Ich werde durchhalten, denn ich denke, es ist eine gute Reform“, sagte Hollande am Freitag am Rande des G7-Gipfels in Ise-Shima. Die Regierung müsse bis zu einer Verabschiedung im Parlament gehen. Mit Blick auf die CGT, die mit Raffinerie-Blockaden und Streiks in AKW eine Radikalisierung der Proteste vorantreibt, sagte Hollande, ein „Dialog“ sei immer möglich, ein „Ultimatum“ aber nicht hinnehmbar.