Der Terror kehrte zurück

Politik / 28.06.2016 • 23:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Großaufgebot an Rettungskräften versorgte die zahlreichen Verletzten, die der Anschlag forderte.  Reuters
Ein Großaufgebot an Rettungskräften versorgte die zahlreichen Verletzten, die der Anschlag forderte. Reuters

Bei einem Anschlag auf den Flughafen in Istanbul kamen zehn Menschen ums Leben.

istanbul. Erneut ist die Türkei Ziel eines Terroranschlags geworden. Bei Explosionen am Atatürk-Flughafen von Istanbul wurden am Dienstag zehn Menschen getötet, wie Justizminister Bekir Bozdag türkischen Medienberichten zufolge sagte. Zwei Angreifer hätten sich selbst in die Luft gesprengt, nachdem die Polizei auf sie geschossen habe, berichteten türkische Behördenvertreter.

Sprengstoff gezündet

Bozdag sagte, seinen Informationen zufolge habe zunächst ein Terrorist am Eingang des internationalen Terminals mit einer Kalaschnikow das Feuer eröffnet. Dann habe er sich selbst in die Luft gesprengt. Es gebe rund zehn tote Märtyrer und rund 20 Verletzte. Ein Regierungsvertreter sagte, die Angreifer hätten Sprengstoff am Eingang des internationalen Terminals vor dem Sicherheits-Check mit Röntgenstrahlen gezündet. Sowohl die kurdische Untergrundorganisation PKK als auch die Terrormiliz Islamischer Staat haben seit Sommer 2015 eine Reihe schwerer Anschläge in der Türkei verübt. Zwei der Attentate in Istanbul hatten Touristen zum Ziel. Die Zunahme der Gewalt seit Sommer 2015 hat zu einem erheblichen Rückgang im Tourismus geführt.

Die private Nachrichtenagentur DHA berichtete, die Verletzten, unter ihnen Polizisten, seien in das staatliche Bakirkoy-Krankenhaus gebracht worden. Augenzeuge Ercan Ceyhan sagte dem Sender CNN-Turk, er habe ungefähr 30 Krankenwagen auf dem Flughafengelände gesehen.

Zuletzt war Istanbul am ­
7. Juni von einem Anschlag erschüttert worden. Eine Autobombe explodierte im morgendlichen Berufsverkehr, als gerade ein Polizeibus vorbeifuhr. Sieben Polizisten und vier Zivilisten wurden getötet, 36 Menschen verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich die kurdische Rebellengruppe Freiheitsfalken Kurdistans. Sie warnte bereits damals Touristen, die Türkei sei nicht länger sicher für sie. „Wir haben den Krieg erst gestartet“, drohte die Gruppe. Im Südosten der Türkei kam es zuletzt oft zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Kämpfern, die der PKK angehören sollen. Die Organisation will mehr Autonomie und Rechte für die kurdische Bevölkerung in der Türkei erreichen. Eine fragile zweieinhalbjährige Waffenruhe zwischen den Rebellen und der Regierung war im vergangenen Sommer zerbrochen.

Die USA hatten schon im April ihre Bürger zu extremer Vorsicht aufgerufen. Es gebe „glaubwürdige Drohungen“ gegen Touristenziele in der Türkei, vor allem an öffentlichen Plätzen in Istanbul und im stark frequentierten Badeort Antalya. Auch das Auswärtige Amt in Berlin warnte „in allen Teilen der Türkei grundsätzlich“ vor einer „terroristischen Gefährdung“.