Zuversichtlich und siegessicher

Politik / 01.07.2016 • 22:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
FPÖ-Kandidat Norbert Hofer und der Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen müssen nochmals gegeneinander antreten.
FPÖ-Kandidat Norbert Hofer und der Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen müssen nochmals gegeneinander antreten.

Hofer hat wieder Lust auf Wahlkampf. Van der Bellen möchte zum zweiten Mal gewinnen.

Wien. (VN-ebi) Vom designierten Bundespräsidenten zum Hofburg-Kandidaten: Mit diesem Rollenwechsel muss Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen leben. Das Urteil des Verfassungsgerichtshofs sei zu akzeptieren, sagte er am Freitag. Und „natürlich stelle ich mich einer Wiederwahl“. Die Eckpfeiler für den Wahlkampf stünden bereits fest. Allerdings wollte Van der Bellen noch keine Details nennen.

Nicht mehr nur Hofburg-Kandidat sondern auch interimistische Vertretung des Bundespräsidenten: Das ist der Rollenwechsel, den Norbert Hofer (FPÖ) nun vollzogen hat. Als Dritter Nationalratspräsident wird er gemeinsam mit seinen Amtskollegen Doris Bures (SPÖ) und Karlheinz Kopf (ÖVP) die Aufgaben des Staatschefs übernehmen, bis die dritte Runde im Hofburg-Rennen entschieden ist. An eine Karenzierung von seinem Amt denkt Hofer nicht. Dies wäre ein „Riesenfehler“, sei doch die Erfahrung, die er mitbringe, in dieser Situation von Vorteil, erklärte er. Wahlkampfmüde ist der FPÖ-Kandidat keinesfalls. Er sei erst am Donnerstag bei einem Zeltfest gewesen und habe dabei richtig Lust zum Wahlkämpfen bekommen.

In der internationalen Presse wird die Entscheidung zur Wahlwiederholung viel beachtet. Der Schweizer Tagesanzeiger prophezeite eine noch tiefere Spaltung Österreichs. In der NZZ steht, dass die Republik „mit dem peinlichen Makel“ leben müsse, „womöglich über Jahre im Prinzip irreguläre Wahlen durchgeführt zu haben“. Die spanische Zeitung El Pais schreibt von einer FPÖ, die sich bestärkt sehe „das System und ihre Institutionen in Frage zu stellen“. Die „Bild“ titelt mit dem „Politbeben in Österreich“ und der Frage, ob es nun doch „zum Rechtsruck bei den Ösis“ komme.