IS-Anschlag mit Dutzenden Todesopfern in Kabul

24.07.2016 • 20:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Attentäter sprengten sich inmitten einer Demonstration in die Luft. Mindestens 80 Tote.

kabul. Ein verheerender IS-Doppelanschlag mit mindestens 80 Toten in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat international Entsetzen ausgelöst. Das Innenministerium in Afghanistan erließ ein landesweites, zehntägiges Demonstrationsverbot und gab dafür Sicherheitsgründe an. Für Sonntag wurde Staatstrauer im ganzen Land ausgerufen. Afghanistans Regierungschef Ashraf Ghani kündigte Rache für das „Blut unserer geliebten Angehörigen“ an.

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich über das IS-Sprachrohr Amak zu dem Doppelanschlag am Samstag. Zwei Selbstmordattentäter hatten sich inmitten einer Demonstration in die Luft gesprengt. Nach Angaben der Organisatoren  versammleten sich mehr als 10.000 Menschen auf einem zentralen Platz, um gegen die Verlegung einer geplanten Hochspannungsleitung zu protestieren. Viele gehörten der schiitischen Minderheit der Hasara an. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den Terroranschlag als „verabscheuungswürdiges Verbrechen“. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini richtete über einen Sprecher aus: „Wir rufen alle Afghanen auf, geeint zu bleiben, um die Bemühungen im Kampf gegen diese globale Bedrohung zu unterstützen.“