„Ein unauffälliger und netter Mann“

25.07.2016 • 20:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Täter bekannte sich
via Handyvideo zum
IS und drohte mit
Anschlägen.

ansbach. (VN) Als „freundlich, unauffällig und nett“ wird der 27-jährige Syrer, der eine Bombe in Ansbach detonieren ließ und dabei starb, von Reinhold Eschenbacher vom städtischen Sozialamt beschrieben. „Der junge Mann war öfters als Asylbewerber hier und bei uns bekannt. Da ging es um soziale Leistungen.“ Der Syrer war ein Flüchtling, der vor zwei Jahren Asyl in Deutschland beantragt hatte. Sein Antrag wurde abgelehnt. Seitdem lebte er mit einer Duldung in einem ehemaligen, zum Flüchtlingsheim umfunktionierten Hotel in Ansbach. Im Verfahren seien Registrierungen in anderen EU-Staaten festgestellt worden: Zuerst in Bulgarien, und später soll er sich in Österreich aufgehalten haben.

Abschiebeanordnung

Der Syrer hat nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann kurz vor seiner Tat eine Abschiebeanordnung erhalten. Ob diese Anordnung die Attentatsabsicht beschleunigt habe, sei im Moment Spekulation. In Deutschland war der Mann in psychiatrischer Behandlung, nachdem er zweimal versucht habe, sich das Leben zu nehmen. Zudem sei er mehrmals strafrechtlich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen eines Drogendelikts.

Am Montag habe ein Bekennervideo auf dem Handy des Attentäters die Vermutung des Innenministers bestätigt, dass der Anschlag einen islamistischen Hintergrund hatte. Auf dem Video habe sich der Syrer zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt und mit Anschlägen gedroht. Die Anschläge seien ein Racheakt gegen Deutsche, als Vergeltung, weil sie Muslime umbrächten.

Der junge Mann war öfters als Asylbewerber hier.

Reinhold Eschenbacher