Mit Hillary Clinton strebt erste Frau ins Weiße Haus

27.07.2016 • 20:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Demokratin Hillary Clinton schreibt US-Geschichte. foto: aP
Demokratin Hillary Clinton schreibt US-Geschichte. foto: aP

Die US-Demokraten haben am Parteitag ihre Präsidentschaftskandidatin gekürt.

Washington. Damit ist Hillary Clinton (68) die erste Frau mit realistischen Aussichten auf das höchste US-Staatsamt. Als erste Präsidentin wolle sie Frauen den Weg ebnen, kündigte sie am Dienstagabend (Ortszeit) nach ihrer Nominierung beim Parteitag in Philadelphia in einer Videobotschaft an. Darin stand: „Sollten da draußen einige kleine Mädchen sein, die lange aufbleiben und zuschauen durften, lasst mich nur sagen: Ich könnte die erste Präsidentin sein – aber eine von euch ist die nächste.“

Die ehemalige Senatorin, Außenministerin und First Lady ist die erste Frau in der 240-jährigen Geschichte des Landes, die von einer der großen Parteien in das Präsidentschaftsrennen geschickt wird. Für ihre Nominierung hat sie seit Langem gekämpft. Vor acht Jahren war sie noch im internen Wettbewerb der Demokraten gegen den späteren Präsidenten Barack Obama unterlegen.

2842 Delegiertenstimmen

Bei der Parteitagsabstimmung in Philadelphia hatte Hillary Clinton 2842 Delegiertenstimmen erhalten, deutlich mehr als die erforderliche absolute Mehrheit von 2382 Stimmen. Der linksgerichtete Senator Bernie Sanders, der sich in den Vorwahlen eine hitzige Auseinandersetzung mit Clinton geliefert hatte, kam auf 1865 Stimmen.

Sanders ergriff zum Schluss der Abstimmung das Wort und verkündete de facto den Sieg Clintons. Er bat um eine Abstimmung per Akklamation zum Sieg Clintons, womit er diesen praktisch einstimmig machte. „Ich beantrage, dass der Parteitag die Geschäftsordnung ändert. Ich beantrage, dass Hillary Clinton zur Kandidatin der Demokratischen Partei für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten nominiert wird“, sagte Sanders. Die Delegierten stimmten mit Ja und bestätigten das Ergebnis.

Vor dem Parteitag hatte Ex-Präsident Bill Clinton eine leidenschaftliche  Wahlempfehlung für seine Frau abgegeben, die ihm 24 Jahre nach seinem ersten Wahlsieg ins Weiße Haus folgen will. „Ihr solltet sie wählen, weil sie nicht aufgibt, auch wenn es schwierig wird. Sie wird euch nicht im Stich lassen“, sagte der 69-Jährige.

Meryl Streep für Clinton

Zu den weiteren Rednern zählten einige weibliche Stars des Showgeschäfts. Oscar-Preisträgerin Meryl Streep verglich Clinton mit anderen Pionierinnen der US-Geschichte. Sie alle hätten „Mumm und Anmut“ gemeinsam.

Die Schauspielerinnen Lena Dunham, America Ferrera und Elizabeth Banks machten sich über den republikanischen Gegenkandidaten Donald Trump und seine frauen- und fremdenfeindlichen Äußerungen lustig. Die Sängerin Alicia Keys führte ihren Song „Superwoman“ in der Halle auf. Außerdem wurde ein Video eingespielt, in dem zahlreiche Prominente ein „Kampflied“ sangen.

Clinton wird bei der Wahl am 8. November gegen den rechtspopulistischen Immobilienmilliardär Donald Trump antreten.