Für Zuma steht viel auf dem Spiel

Politik / 03.08.2016 • 22:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wegen Jacob Zumas Skandalen leidet das Ansehen des ANC. reuters
Wegen Jacob Zumas Skandalen leidet das Ansehen des ANC. reuters

Rege Beteiligung an Kommunalwahlen in Südafrika. Abschneiden des ANC wird mit Spannung erwartet.  

pretoria. Bereits vor der Öffnung der Wahllokale in der Früh bildeten sich mancherorts lange Schlangen. Rund 26 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Das Ergebnis für die Regierungspartei ANC, der Präsident Jacob Zuma vorsteht, wird gespannt erwartet.

Rücktrittsrufe

Für Zuma, der in seinem Heimatort Nkandla in der Provinz KwaZulu-Natal wählte, steht viel auf dem Spiel. Sollte der ANC (Afrikanische Nationalkongress) hohe Verluste erleiden, könnten die Rufe nach seinem Rücktritt lauter werden. Zumas Skandale und zahlreiche Korruptionsvorwürfe haben dem Ruf von Nelson Mandelas Befreiungspartei geschadet. Der Heldenmythos des ANC hat längst zu bröckeln begonnen.

Zudem wächst der Unmut der Bevölkerung angesichts einer Arbeitslosenquote von knapp 27 Prozent. Vor allem die weniger gebildete Arbeiterschicht ist davon betroffen. Die Wirtschaft stagniert. Selbst ausländische Investoren wurden durch die politische Misswirtschaft vorsichtiger.

Vor manchen der rund 22.600 Wahllokale gab es ein hohes Polizeiaufgebot, wie örtliche Medien berichteten. Zwischenfälle wurden zunächst nicht gemeldet. Beobachter hatten im Vorfeld der Wahl befürchtet, dass es bei einer Niederlage des ANC zu Ausschreitungen kommen könnte. Die Wahllokale schließen am Mittwochabend, erste Ergebnisse werden für Donnerstag erwartet.

Der ANC könnte erstmals in mehreren der acht großen von insgesamt 259 Kommunen Niederlagen erleiden, darunter auch in der Hauptstadt Pretoria und in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg. Derzeit regiert die führende Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), unter den Großstädten nur Kapstadt.

Die DA galt lange als eine weiße Partei. Doch auch die wachsende schwarze Mittelschicht tendiert immer mehr dazu, die Partei zu wählen. An der Parteispitze steht mittlerweile ein Schwarzer, Mmusi Maimane.

Linkspopulisten im Vormarsch

Die linkspopulistischen Ökonomischen Freiheitskämpfer (EFF) wurden bereits ein Jahr nach ihrer Gründung 2013 die drittgrößte Partei des Landes. Die EFF wird vom einstigen Anführer der ANC-Jugendliga, Julius Malema, geleitet.