263 neue Staatsbürger im ersten Halbjahr 2016

17.08.2016 • 20:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Mehr Einbürgerungen in Vorarlberg als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

wien. (VN-ram) Der seit dem Jahr 2011 beobachtbare Trend steigender Einbürgerungszahlen in Österreich setzt sich fort. Das zeigen neue Zahlen der Statistik Austria, die am Mittwoch veröffentlicht worden sind. Demnach erhielten bundesweit 4285 Personen im ersten Halbjahr 2016 die österreichische Staatsbürgerschaft. Es gab insgesamt 7,7 Prozent mehr Einbürgerungen als von Jänner bis Juni 2015.

Plus von 27,7 Prozent

Besonders deutlich fiel auch der Zuwachs in Vorarlberg aus: Mit 263 Einbürgerungen lag das Bundesland mit einem Plus von 27,7 Prozent an zweiter Stelle hinter Oberösterreich (Plus 45,2 Prozent), gefolgt von der Steiermark (Plus 20,7 Prozent), Tirol (Plus 8,9 Prozent) und Wien (Plus 7,2 Prozent). In Kärnten (Minus 30,7 Prozent), Burgenland (Minus 26,8 Prozent) und in Niederösterreich (Minus 20,3 Prozent) ging der Trend wiederum zurück. „Man muss sich das im Jahresvergleich anschauen“, kommentiert der zuständige Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) die Vorarlberger Zahlen, die er eher für eine Momentaufnahme hält. Er ist sich sicher, dass sich die aktuellen Zuwächse im Land am Ende des Jahres wieder relativieren werden.

Bundesweit ist mehr als ein Drittel der eingebürgerten Personen bereits hierzulande geboren (1534), in Vorarlberg sind das mit 130 Personen 49,4 Prozent. Der Anteil der minderjährigen Kinder unter 18 Jahren betrug insgesamt 37,4 Prozent. Auch 93 der neuen Vorarlberger sind noch minderjährig (35,4 Prozent). Bundesweit sind mit 54,4 Prozent mehr als die Hälfte der neuen Österreicher Frauen, in Vorarlberg 50,2 Prozent. „Die Staatsbürgerschaft ist der letzte und wichtigste Schritt der Integration“, ist Landesrat Schwärzler überzeugt. In Österreich gebe es keine Doppel-Staatsbürgerschaft, deswegen sei eine Entscheidung notwendig. „Die Erlangung der Staatsbürgerschaft ist ein persönliches Verdienst jener, welche die notwendigen Voraussetzungen erfüllen.“ 

Die Statistik Austria hat auch die Einwanderungsgründe aufgeschlüsselt: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 erhielten in Vorarlberg 36 Personen die Staatsbürgerschaft im Ermessen (13,7 Prozent), darunter 34 nach mindestens zehnjährigem Wohnsitz in Österreich. Über die Hälfte der Einbürgerungen (171 oder 65 Prozent) erfolgte aufgrund eines Rechtsanspruchs, davon 115 Fälle nach mindestens sechsjährigem Wohnsitz in Österreich und aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen (etwa der Geburt im Land, einer Asylberechtigung oder einer EWR-Staatsangehörigkeit). 31 Personen erhielten die Staatsbürgerschaft aufgrund der Ehe mit einem Österreicher bzw. einer Österreicherin. Durch die Erstreckung der Verleihung auf Angehörige (Ehegatten oder Kinder) wurden 56 Menschen in Vorarlberg zu österreichischen Staatsbürgern (21, 3 Prozent).

Großteil aus Drittstaaten

73,4 Prozent der neu eingebürgerten Personen in Vorarlberg hatten bisher die Staatsangehörigkeit eines europäischen Drittstaates, damit machen sie die größte Gruppe aus. Von den insgesamt 193 Personen besaßen mit 117 die meisten zuvor eine türkische Staatsbürgerschaft, gefolgt von 28 aus Bosnien-Herzegowina und 21 aus Serbien. Weitere elf Prozent der eingebürgterten Personen kamen aus Asien und 6,8 Prozent aus der EU. Mit 5,7 bzw. drei Prozent stammten wiederum die wenigsten neuen Österreicher aus Afrika und Asien.

Die Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft ist der letzte Schritt der Integration.

Erich Schwärzler