Seit einem Monat keine Hilfskonvois

Politik / 18.08.2016 • 22:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das Foto des verletzten Buben zeigt das Grauen in der umkämpften Stadt Aleppo. Foto: AFP
Das Foto des verletzten Buben zeigt das Grauen in der umkämpften Stadt Aleppo. Foto: AFP

Humanitäre Lage in Aleppo dramatisch. Russland bereit für Waffenruhe.

brüssel, damaskus. Die EU-Staaten haben eine sofortige Waffenruhe für die umkämpfte syrische Stadt Aleppo gefordert. Die anhaltenden Bombenangriffe und Belagerungen behinderten die Hilfsbemühungen der internationalen Gemeinschaft, teilte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Donnerstag im Namen aller Mitgliedsländer mit. Mit einer symbolischen Protestaktion forderte auch der Syrien-Beauftragte der UN eine Unterbrechung der Kämpfe zur Versorgung Notleidender. Nach nur acht Minuten erklärte Staffan de Mistura eine Sitzung der UN-Arbeitsgruppe für die humanitäre Hilfe in Syrien für vorzeitig beendet. „Nicht ein einziger Hilfskonvoi hat seit einem Monat eines der belagerten Gebiete erreichen können“, sagte De Mistura. Beratungen humanitärer Experten machten wenig Sinn, wenn es „keine Aktionen“ vor Ort gebe, die Zugang zu Notleidenden ermöglichen.

Russland erklärte sich schließlich überraschend dazu bereit, jede Woche eine 48 Stunden lange Feuerpause in Aleppo einzulegen. Die Feuerpause solle ab kommender Woche eingehalten werden und Hilfslieferungen ermöglichen, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, mit. Unterdessen haben syrische Oppositionsaktivisten Aufnahmen veröffentlicht, die einen aus Aleppo geretteten Fünfjährigen zeigen. Der Film wurde am Mittwochabend vom Aleppo Media Center veröffentlicht. Der Bub sitzt auf einem Sitz eines Krankenwagens, sein Gesicht ist bedeckt mit Staub und Blut. Ärzte sagten, Omran D. habe Kopfverletzungen erlitten und werde behandelt. Das Bild erinnert an jenes des ertrunkenen syrischen Flüchtlingsbuben Aylan Kurdi, das im Vorjahr veröffentlicht worden war.