Streit zwischen Österreich und der Türkei eskaliert

Politik / 23.08.2016 • 22:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kurz will auch nach Botschafter-Abzug von kritischer Position nicht abweichen.

wien, ankara. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hält auch nach dem temporären Abzug des türkischen Botschafters aus Wien an seinen Positionen zur Türkei fest. Das erklärte ein Sprecher des Ministers am Dienstag zur APA. Man nehme den Schritt zur Kenntnis und führe die bilateralen Gespräche auf allen Ebenen weiter.

Botschafter Hasan Gogus sei zu Konsultationen und zur Neubewertung der Beziehungen nach Ankara zurückbeordert worden, weil Österreich PKK-Anhängern eine Kundgebung erlaubt und zunehmend antitürkische Rhetorik förderte, hatte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Montagabend erklärt. Auch der österreichische Geschäftsträger in Ankara, Georg Oberreiter, wurde anstelle des auf Urlaub befindlichen Botschafters Klaus Wölfer ins türkische Außenministerium zitiert. „Leider ist die Grundlage für eine normale Fortsetzung unserer bilateralen Beziehungen und Kooperation verschwunden“, sagte Cavusoglu.

Seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei Mitte Juli sind die Beziehungen zwischen Ankara und Wien angespannt. Die Türkei warf Österreich „radikalen Rassismus“ vor, nachdem sich Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) für einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei ausgesprochen hatte.