Fast 7000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet

30.08.2016 • 20:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

IOM: Fluchtbewegung von Nordafrika nach Europa bleibt weiterhin stark.

genf, athen. Über das Mittelmeer kommen wieder deutlich mehr Flüchtlinge nach Europa, und ihre Überfahrt wird immer gefährlicher. An einem Tag sind 6908 Flüchtlinge zwischen der libyschen Küste und Sizilien aus Seenot gerettet worden, zwei Menschen seien gestorben, berichtete ein Italien-Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Dienstag.

Gleichzeitig melden die griechischen Behörden einen plötzlichen starken Anstieg der Fluchtbewegung aus der Türkei. Seit dem Vortag hätten 462 Menschen von der türkischen Küste auf griechische Ägäis-Inseln übergesetzt, teilte der Flüchtlingskrisenstab mit. Das sei die größte Zahl von Flüchtlingen und Migranten, die seit Inkrafttreten des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei Anfang April an einem Tag registriert wurde. In den sieben Tagen zuvor waren im Schnitt nur etwas mehr als 70 Menschen angekommen. Nach IOM-Angaben kamen auf den verschiedenen Mittelmeerrouten seit Jahresbeginn 272.070 Flüchtlinge nach Europa. Im Vorjahr hatte die Organisation im gleichen Zeitraum 354.618 Flüchtlinge gezählt. 2015 setzten die meisten Menschen von der Türkei aus nach Griechenland über. 2016 waren es wegen der Schließung der Balkan-Route und aufgrund des Flüchtlingsdeals mit der Türkei weniger. Von Nordafrika nach Italien ist die Fluchtbewegung weiterhin stark. Nach Angaben von IOM sind bei der Flucht über das Mittelmeer in diesem Jahr bereits 3165 Menschen umgekommen. Das seien 509 Todesopfer mehr als in den ersten acht Monaten des Vorjahres, und das, obwohl die Flüchtlingszahlen insgesamt gesunken seien, hieß es.