Terroralarm in Deutschland nach Sprengstofffund

Politik / 09.10.2016 • 22:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Polizisten patrouillieren auf dem Bahnhof von Chemnitz. Foto: afp
Polizisten patrouillieren auf dem Bahnhof von Chemnitz. Foto: afp

Großfahndung nach verdächtigem Syrer. Polizei prüft über 80 Hinweise. Noch keine „heiße Spur“.

chemnitz. Nachdem am Samstag in einer Wohnung in Chemnitz hochgefährlicher Sprengstoff gefunden wurde, hat die deutsche Polizei am Sonntag auf Hochtouren nach einem 22-jährigen Syrer wegen möglicher Anschlagspläne gefahndet und Sicherheitsvorkehrungen auf Bahnhöfen und Flughäfen verschärft. Es fehle aber noch die „heiße Spur“, hieß es.

Die mehr als 80 Hinweise, die bei der Polizei eingingen, seien „ernst zu nehmen“ und sollten laut dem Landeskriminalamt Sachsen überprüft werden.

Den Hinweis auf die mögliche Gefahr hatte die Polizei in Sachsen am Freitagabend vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Köln bekommen. Aufgrund der Warnung startete die Chemnitzer Polizei ihren Einsatz in der Nacht auf Samstag. Zahlreiche umliegende Wohnungen wurden evakuiert.

In jener gestürmten Wohnung, die von dem Verdächtigen genutzt wurde, hatten die Ermittler mehrere Hundert Gramm „hochbrisanten Sprengstoff“ entdeckt, der weit gefährlicher als TNT ist. Der Sprengstoff wurde in mehreren Erdlöchern kontrolliert gesprengt.

Drei mögliche Bekannte des flüchtigen Syrers Jaber A. waren am Samstag in Chemnitz festgenommen worden. Einer von ihnen wird der Mittäterschaft verdächtigt. Laut LKA bestehe der Verdacht einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Der Verdächtige wurde am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt. Bei dem Mann soll es sich um den Mieter der Wohnung handeln, in welcher der Sprengstoff gefunden wurde. Er ist wie der gesuchte Jaber A. Syrer.

Jaber A., nach dem in ganz Deutschland gesucht wird, entwischte nach Informationen von „Spiegel Online“ nur knapp den Einsatzkräften. Er sei am Samstagmorgen aus dem noch nicht lange observierten Haus in Chemnitz geflüchtet. Die Beamten hätten einen Warnschuss abgegeben, ihn aber nicht gestoppt, berichtete „Spiegel Online“ unter Berufung auf einen vertraulichen LKA-Bericht.

Die Polizei veröffentlichte ein Foto des Verdächtigen und rief die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Der Gesuchte ist „mit einem schwarzen Kapuzensweatshirt mit auffälligem Druck bekleidet“. Die Polizei rief aber auch zur Vorsicht auf.