Assad will das ganze Land zurückerobern

Politik / 14.10.2016 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Im Krankenhaus in einem von der Regierung kontrollierten Gebiet in Aleppo werden Verwundete behandelt. Foto: afp
Im Krankenhaus in einem von der Regierung kontrollierten Gebiet in Aleppo werden Verwundete behandelt. Foto: afp

Syriens Präsident setzt im Bürgerkrieg auf Sieg. Streit zwischen USA und Russland.

damaskus, aleppo. Unterstützt von schweren Luftangriffen haben syrische Regierungstruppen am Freitag ihre Offensive gegen Rebellen im Osten der nordsyrischen Stadt Aleppo fortgesetzt. Regierungstruppen und Rebellengruppen lieferten sich Aktivisten zufolge zudem am nördlichen und südlichen Stadtrand Gefechte. Das Aktivistenkollektiv Aleppo-Medienzentrum sprach von mehreren Toten, von denen einige unter Trümmern begraben worden seien.

Präsident Baschar al-Assad gab gegenüber der russischen Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ an, sein Regime verfolge keine anderen Ziele, als entweder „die Terroristen“ in die Türkei zu jagen oder sie alle zu töten. „Es gibt keine andere Option.“ Assad sagte, die Eroberung Aleppos solle zum „Sprungbrett“ werden, wieder die Kontrolle über ganz Syrien zu erlangen. Das syrische Regime bezeichnet alle gegen sie kämpfenden Rebellen als Terroristen. 

Die Offensive in Aleppo hat zu einem großen Zerwürfnis zwischen den USA und Russland geführt. Die diplomatischen Bemühungen ihrer Außenminister um eine Konfliktlösung in Syrien wurden einstweilen eingestellt. Am Samstag unternehmen US-Außenminister John Kerry und der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow aber wieder einen neuen Versuch, eine Lösung zu finden.

In den seit über fünf Jahren dauernden Syrien-Krieg sind zahlreiche Parteien involviert. Assad wird von Russland, Iran sowie schiitischen Milizen aus arabischen Nachbarländern unterstützt. Die sunnitischen Rebellen, die ihn stürzen wollen, erhalten Hilfe von den Golfmonarchien, den USA und der Türkei.