Trump ortet Verschwörung

Politik / 16.10.2016 • 22:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Milliardär liegt derzeit in mehreren Umfragen hinter seiner Konkurrentin Hillary Clinton. Foto: AP
Der Milliardär liegt derzeit in mehreren Umfragen hinter seiner Konkurrentin Hillary Clinton. Foto: AP

Präsidentschaftskandidat sieht in Belästigungsvorwürfen eine „Schmierkampagne“.

washington. US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump beklagt nach den jüngsten Belästigungs-Vorwürfen mehrerer Frauen eine massive Verschwörung und versuchte Wahlmanipulation. Zugleich deutete er an, dass seine demokratische Rivalin Hillary Clinton bei der Fernsehdebatte am vergangenen Sonntag unter dem Einfluss von Drogen, gemeint waren wohl Schmerzmittel, gestanden haben könnte. Er schlug vor, dass sich beide vor ihrem nächsten TV-Duell am kommenden Mittwoch einem Test unterziehen.

Am Wochenende hatte eine neunte Frau Trump eines sexuellen Übergriffs beschuldigt. Nach Medienberichten packte er sie 1997 bei einem Muttertagsbrunch in seinem Club Mar-a-Lago in Florida an den Armen und küsste sie gegen ihren Willen. Auch die anderen acht Frauen hatten berichtet, Trump habe ihnen in der Vergangenheit Küsse aufgezwungen oder sie begrapscht.

Trump sprach am Wochenende auf Twitter von „total erfundenem Unsinn“ mit dem Ziel, „mir die Wahl zu stehlen“. Bereits zuvor hatte er den Medien angelastet,
die Wahl durch falsche Vorwürfe und Lügen zu manipulieren, „damit die betrügerische Hillary gewählt wird“. Auch auf mehreren Wahlveranstaltungen prangerte der Milliardär die angebliche „Schmierkampagne“ gegen ihn an – „eine der größten, die unser Land jemals erlebt hat“. Seine Anklägerinnen bezeichnete er als „verrückte Frauen“.

Kritik von Toprepublikaner

Der mächtigste republikanische Politiker der USA, Paul Ryan, wies Trumps Behauptungen am Sonntag umgehend zurück. Ryan habe „volles Vertrauen, dass die einzelnen Staaten diese Wahl mit Integrität ausführen werden“, erklärte Sprecherin Ashlee Strong. Ryan hatte kürzlich erklärt, dass er nicht mehr für Trump kämpfen und ihn auch nicht mehr verteidigen werde.

Auch das Clinton-Wahlkampflager kritisierte Trumps Äußerungen scharf. „Diese Wahl wird eine Rekordbeteiligung haben, weil die Wähler Donald Trumps beschämende Versuche durchschauen, eine Wahl zu untergraben, bevor sie stattfindet“, sagte Sprecher Robby Mook.

Unterdessen verwies Trump auch auf angeblich merkwürdiges Verhalten der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin beim jüngsten TV-Duell. „Ich weiß nicht, was mit ihr vorgeht“, erklärte er in New Hampshire. Am Anfang der Debatte sei Clinton total aufgedreht und am Ende dann völlig erledigt gewesen. Sie habe es kaum zu ihrem Auto geschafft. „Warum machen wir nicht einen Drogentest?“, fragte der republikanische Kandidat für das Weiße Haus. Er selbst sei dazu jedenfalls bereit.

Die dritte und letzte Fernsehdebatte dieses Wahlkampfs findet am kommenden Mittwochabend (Donnerstag um 03.00 Uhr MESZ) in Las Vegas statt. Gewählt wird am 8. November. Eine am Sonntag veröffentlichte ABC/„Washington Post“-Umfrage sieht Clinton derzeit mit vier Prozentpunkten vor Trump. In anderen Erhebungen war ihr Vorsprung größer, er lag zwischen fünf und zehn Prozentpunkten.