UN schicken Beobachter ins nordsyrische Aleppo

Politik / 19.12.2016 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Frauen und Kinder erreichen die von den Rebellen kontrollierte Region südwestlich von Aleppo. Foto: AFP
Frauen und Kinder erreichen die von den Rebellen kontrollierte Region südwestlich von Aleppo. Foto: AFP

Einigung im Sicherheitsrat. Tausende Zivilisten verlassen Rebellengebiete.

new york, aleppo. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Entsendung von Beobachtern in die syrische Stadt Aleppo beschlossen. Alle 15 Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrats stimmten in New York einem Kompromissentwurf zu. Darin fordert der Rat den UNO-Generalsekretär auf, eine Beobachtung der Evakuierung zu organisieren. Alle Kriegsparteien werden zudem angehalten, die Sicherheit der UNO-Vertreter zu garantieren und ihnen sowie humanitärer Hilfe freien Zugang in die Konfliktgebiete zu gewähren. Die Mission kann offenbar sofort beginnen. Mehr als 100 UN-Mitarbeiter, mehrheitlich Syrer, seien bereits vor Ort, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric der Nachrichtenagentur AP. 

Die syrische Regierung veurteilte die Entsendung der UN-Beobachter. Einziges Ziel der Mission sei es, ausländische Agenten aus den ehemaligen Rebellengebieten zu schaffen, sagte der syrische UN-Botschafter Baschar Dschaafari. Frankreich hatte einen ersten Resolutionsentwurf eingebracht und ihn damit begründet, dass es gelte, massenhafte Gräueltaten durch regierungstreue Einheiten in den eroberten Gebieten Aleppos zu verhindern. Das mit dem syrischen Regime verbündete Russland lehnte den Vorstoß zunächst ab und brachte einen eigenen Entwurf ein. In mehr als dreistündigen Verhandlungen einigten sich die beiden Veto-Mächte dann schließlich auf einen Kompromiss.

5000 Menschen evakuiert

Seit der Wiederaufnahme der Evakuierung Ost-Aleppos am Sonntagabend wurden nach Angaben des Roten Kreuzes 5000 Menschen in das Umland südwestlich von Aleppo gebracht. Die Evakuierung der Rebellengebiete hatte am vergangenen Donnerstag begonnen, wurde dann aber am Freitag unterbrochen. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass sich noch rund 30.000 Menschen in dem Rebellengebiet aufhalten.

Unterdessen geht auch der Transport von Zivilisten aus den von Rebellen belagerten Orten Foua und Kefraya voran. Diese werden vor allem von Schiiten bewohnt. Busse brachten rund 500 Menschen in einen von der Regierung gehaltenen Teil Aleppos, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte. Damit wird eine Forderung des mit Syrien verbündeten schiitischen Irans erfüllt.